DRK Rhein-Sieg präsentiert sich auf dem DRK-Bundeskongress für Wohlfahrt und Soziales in Berlin


Vom 25. bis 26. März 2025 fand in Berlin der Bundeskongress der Wohlfahrts- und Sozialarbeit unter dem Motto „Mehr Menschlichkeit“ statt. Im Mittelpunkt des Kongresses standen Themen wie Vernetzung, der Austausch innerhalb der sozialen Arbeit und die Resilienz der Gesellschaft in Zeiten von Unsicherheit und wirtschaftlichen Herausforderungen. Ein weiteres zentrales Anliegen war es, sowohl Ehrenamtliche als auch Hauptamtliche für die Wohlfahrtsarbeit zu begeistern und das DRK in seinen Projekten zu stärken.

Bundesministerin Lisa Paus, Ministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, unterstrich in ihrer Rede die enorme Bedeutung der Träger der freien Wohlfahrtspflege für das soziale Gefüge der Gesellschaft. Sie betonte, dass der Rückgang öffentlicher Finanzmittel direkte Konsequenzen auf die Leistungen in der Fläche habe, was das Vertrauen in den Sozialstaat schwäche. „Die Hilfsorganisationen sind Brückenbauer und Bollwerke für die Gesellschaft. Sie tragen maßgeblich dazu bei, dass das Vertrauen in den Sozialstaat erhalten bleibt“, sagte Paus.

In seiner Rede hob Christian Reuter, Generalsekretär des DRK, den besonderen Ort der Tagung hervor. Er betonte, dass soziale Arbeit und Bevölkerungsschutz in unsicheren Zeiten von großer Bedeutung sind. „Unsere Grundsatzregel ist es, Menschen nach dem Maß ihrer Not zu helfen – unabhängig von Herkunft oder Status“, erklärte Reuter. Darüber hinaus forderte er, dass das DRK sowohl in seiner externen Arbeit als auch intern wieder stärker auf Grundsätze und Menschlichkeit setzen müsse, um der Gesellschaft gerecht zu werden.

Ein weiteres wichtiges Thema des Kongresses war die zukünftige Finanzierung der Wohlfahrts- und Sozialarbeit. Es wurde gefordert, dass die Politik die unverzichtbaren Leistungen des DRK dauerhaft und nicht nur projektgebunden finanziell unterstützt. Soziales Engagement ist oft unsichtbar. Wir müssen als Verband stärker daran arbeiten, das Interesse und die Akzeptanz der Öffentlichkeit dafür zu gewinnen.

Ein weiterer Diskussionspunkt war die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Ehrenamtliche. So sollte der Gesetzgeber eine Freistellung von der Arbeit ermöglichen, um eine Gleichstellung mit der Feuerwehr zu erreichen und die Aus- und Fortbildung im Ehrenamt zu erleichtern. Zudem solle die Anerkennung von Ehrenamtsleistungen im Berufsleben und bei Studiengängen gesetzlich verankert werden. Die interne Weiterentwicklung des DRK wurde ebenfalls thematisiert. Das DRK müsse lernen, sich für alle Menschen zu öffnen und keine Gruppen auszugrenzen. Es wurde betont, dass es wichtig sei, Aufgaben für alle zu finden und auch neue Bereiche zu schaffen. Die Neutralität und Unparteilichkeit des DRK müsse von der Bevölkerung verstanden und bestätigt werden, um die Organisation in ihrer Arbeit zu stärken.

Ein besonderer Höhepunkt des Kongresses war die Präsentation des DRK Rhein-Sieg, das mit einem eigenen Messestand das erfolgreiche Projekt „Schifffahrt für Menschen mit Behinderung“ vorstellte. Im 40. Jahr dieses Projekts können Menschen mit Behinderung jedes Jahr eine einwöchige Schiffsreise unternehmen. Sylvia Fritz, Leiterin der Wohlfahrts- und Sozialarbeit, und Brigitte Waßmann berichteten von den Erfahrungen und dem Erfolg dieses Projekts. „Es war richtig, unsere Leiterin der Wohlfahrtsarbeit hier in Berlin zu unterstützen“, sagte Frank Malotki, Vorstand des DRK Rhein-Sieg-Kreis. „Seit 40 Jahren organisieren wir diese Schiffsreise, bei der die 50 Teilnehmer von bis zu 50 ehrenamtlichen Helfern begleitet werden“, erklärte Malotki weiter. Die Reise führt die Teilnehmer entweder rheinaufwärts zur Mosel oder rheinabwärts nach Holland. Der Messestand des DRK Rhein-Sieg zog viele interessierte Teilnehmer an, die sich mit den Verantwortlichen des Projekts austauschten. Begleitet wurde das Team von Frank Malotki sowie den Mitarbeitern des Kreisverbandes Judith Hammer, Frank Pütz und Jens Koelzer. Der Austausch war ein großer Erfolg, und zahlreiche neue Kontakte konnten geknüpft werden.

Quelle: DRK  Siebengebirge (jk)

28.03.2025