Tödliche Hitzefalle Auto – auch für Tiere! Auch sonst– Tiere vor Hitze schützen!

Foto: © Thomas Scheben-(gs)

An heißen Tagen können Autos zu tödlichen Hitzefallen werden – dies betrifft auch Tiere!

„Schon bei mäßig warmen Außentemperaturen steigt der Wert im Inneren von Autos höher, als viele vermuten. Für Babies und Kleinkinder ist dies lebensgefährlich, aber auch Haustiere können großen Schaden nehmen“, darauf weist Silvia Berger, Leiterin der Abteilung Tiergesundheit im Veterinäramt des Rhein-Sieg-Kreises, hin.

„Im Gegensatz zu Menschen können Tiere nicht über ihren Körper schwitzen, um die erhöhte Körpertemperatur auszugleichen“, sagt Silvia Berger. „Hunde leiden unter der Hitze besonders, denn sie schwitzen nur an den Pfoten. Ihre Körpertemperatur können sie nur durch Hecheln regulieren. Dabei verlieren die Tiere jedoch viel Flüssigkeit. Insbesondere Wartezeiten im Auto bei sommerlichen Temperaturen führen bei Hunden schon in kurzer Zeit zu Sauerstoffmangel, Übelkeit und Kreislaufproblemen mit anschließendem Kreislaufversagen. Im schlimmsten Fall kann die Hitze im Fahrzeug zum qualvollen Tod des Tieres führen, denn ab 41 Grad beginnen sich die Eiweiß-Bausteine im Blut zu verändern. Das Blut wird noch dicker, versorgt die Organe nicht mehr, es kommt zum Schock und kurz darauf zum Tod“, warnt Silvia Berger.

Eine Temperatur von 40 Grad wird bereits bei einer Außentemperatur von 24 Grad erreicht – und zwar nach etwa 30 Minuten. Herrschen außen 30 Grad, wird es im Auto bereits nach rund 15 Minuten 40 Grad heiß oder noch wärmer. Selbst bei vermeintlich geringen 20 Grad Außentemperatur werden nach etwa einer Stunde im Inneren des Wagens lebensbedrohliche 46 Grad gemessen.

Im Schatten geparkte Fahrzeuge können im Tagesverlauf ungeschützt in der Sonne stehen, auch das sollten Hundebesitzerinnen und –besitzer beachten.

Das Kreisveterinäramt warnt deshalb dringend davor, Tiere im Sommer überhaupt im Auto zu lassen. Wenn es doch unumgänglich sein sollte, muss diese Zeit so kurz wie möglich sein. „Die Seitenscheiben müssen dann mindestens 4 Zentimeter weit geöffnet sein. Außerdem dürfen Hunde nicht angebunden sein und müssen kühles Wasser zur Verfügung haben“, so Silvia Berger.

Wer seinen Hund im überhitzten Auto zurücklässt, muss mit Bußgeldern bis zu 200 Euro rechnen.


Auch Tiere vor Hitze schützen!

Nicht nur Menschen auch Tiere leiden unter der Hitze im Sommer. Grundsätzlich leiden Tiere sogar unter der Hitze mehr als unter Kälte. Was können Halterinnen und Halter tun, um ihre Vierbeiner auch bei heißen Temperaturen gut zu pflegen?

Vor allen Dingen brauchen sie ausreichend Wasser und Schatten! „Wasser, Schatten und das hygienische Reinhalten, zum Beispiel von Käfigen, sind das A und O in diesen heißen Tagen bei der Tierhaltung. Wir appellieren darum an alle Tierbesitzerinnen und Tierbesitzer, alles zu tun, dass immer ein schattiger Platz, eine Möglichkeit zur Abkühlung und genügend Wasser zur Verfügung stehen, damit die Tiere vor der Hitze geschützt sind“, betont Silvia Berger, Leiterin der Abteilung Tiergesundheit des Kreisveterinäramtes.

Tiere in Käfigen kann man mit einfachen Mitteln wie Sonnenschirmen oder dem Versetzen des Käfigs in den Schatten schnell und effektiv helfen. Grundsätzlich sollten alle Tierhalterinnen und Tierhalter immer beachten, dass die Sonne im Laufe des Tages wandert und ein morgens noch schattiger Platz mittags in der prallen Sonne stehen kann.

Eine tödliche Gefahr für alle Tiere sind Hitzeschläge. Zu den Warnzeichen gehören bei Hunden beispielsweise starkes Hecheln, Erbrechen, Durchfall, Taumeln oder Krämpfe, auch Bewusstlosigkeit. Erste-Hilfe-Maßnahmen sind der Wechsel in den Schatten, dem Tier langsam erst die Beine, dann den Körper mit feuchten Tüchern oder Decken kühlen und nur bei Bewusstsein Wasser anbieten. Dann sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden, denn es besteht Lebensgefahr.

„Auch Rinder, Pferde, Schafe – sie sollten unbedingt geschoren sein-, Ziegen oder andere Tiere auf der Weide brauchen ausreichende Schattenangebote und es muss jederzeit genügend, frisches Wasser bereit stehen“, appelliert Silvia Berger an die Tierhalterinnen und Tierhalter. Bieten die Weiden keine ausreichenden natürlichen Schutzmöglichkeiten für alle Tiere, ist ein zusätzlicher Unterstand erforderlich!

 

Quelle: Rhein-Sieg-Kreis (hei)

02.07.2025