Marie-Agnes Strack-Zimmermann zur Aalkönigin gekrönt – Ein Fest für Demokratie, Humor und den Fisch des Jahres

Aalkönigsfest 2025 - Marie-Agnes Strack- Zimmermann Foto©Thomas Scheben

Marie-Agnes Strack-Zimmermann zur Aalkönigin gekrönt – Ein Fest für Demokratie, Humor und den Fisch des Jahres

Angefangen hat alles mit der Rettung des Aalschokkers Aranka. Aus dem Einsatz für das schwimmende Denkmal im Rhein vor Bad Honnef erwuchs ein großes soziales Engagement. Daraus entstand das Aalkönigsfest, das seit 2003 jährlich Persönlichkeiten auszeichnet, die sich durch Haltung, Humor und gesellschaftliche Verantwortung auszeichnen. In 22 Jahren wurden dabei über eine Million Euro für soziale Projekte in Bad Honnef gesammelt.

Beim 22. Aalkönigsfest in der Aula der Erzbischöflichen Gesamtschule St. Josef wurde am Freitag die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann zur neuen Aalkönigin gekürt. Rund 350 Gäste waren gekommen, um die feierliche Zeremonie zu erleben – und dabei den guten Zweck zu unterstützen.

Ein seltener Gelbaal mit klarer Linie

Strack-Zimmermann wurde vom Aalkönigskomitee als „seltener Gelbaal“ gewürdigt – eine charmante Anspielung auf die Parteifarbe Gelb und ihre politische Wendigkeit. Die Auszeichnung steht für Klarheit, Engagement und die Fähigkeit, auch in schwierigen Gewässern Kurs zu halten.

Abschiedsrede mit Tiefgang und 3 cm Manuskript

Sven Plöger, Meteorologe und Autor des Buches Zieht euch warm an, es wird noch heißer, verabschiedete sich als amtierender Aalkönig mit einer Laudatio, die es in sich hatte – nicht nur inhaltlich, sondern auch physisch: Sein Manuskript war rund drei Zentimeter dick. „Ich habe mich bemüht, die Rede auf das Wesentliche zu beschränken“, scherzte Plöger, „aber das Wesentliche ist eben umfangreich.“

Er würdigte Strack-Zimmermanns klare Haltung zur Demokratie und Europa und sprach über die Herausforderungen unserer Zeit: Klimawandel, Populismus und die Notwendigkeit, mit Fakten statt mit Parolen zu arbeiten. „Populismus hat noch nie ein Problem gelöst – er schafft nur neue“, so Plöger. Mit Blick auf die neue Aalkönigin sagte er: „An Menschen wie Ihnen fehlt es in diesem Geschäft sehr oft.“

Medienkompetenz statt Verbote

Strack-Zimmermann machte sich in ihrer Antrittsrede für digitale Aufklärung stark: „Ein Smartphone zu verbieten, bringt nichts. Wir müssen Kindern zeigen, wie man damit umgeht – und nicht alles glaubt, was im Netz steht.“ Ihr klares Bekenntnis zu Europa und zur Demokratie wurde vom Publikum mit langanhaltendem Applaus bedacht.

Der Aal als politisches Symbol

Mit biologischer Präzision beschrieb die neue Aalkönigin die Wandlungsfähigkeit des Aals – vom Larvenstadium in der Sargassosee bis zu den europäischen Küsten. „Ein Fisch, der Grenzen überwindet und sich anpasst – das passt zur Politik“, so Strack-Zimmermann. Rein optisch sei der Aal zwar „nicht gerade ein Thronanwärter“, aber seine innere Stärke zähle.

Vom Zebrastreifen zum Europaparlament

Vom fehlenden Zebrastreifen vor dem Kindergarten in die Kommunalpolitik – und von dort über viele Stationen bis ins Europäische Parlament: Strack-Zimmermanns Weg ist geprägt von Engagement, Klarheit und Beharrlichkeit. Dass die Krönung in Bad Honnef, dem Wohnort Konrad Adenauers, stattfand, wertete sie als symbolisch: „Da schließt sich ein Kreis – bei aller Bescheidenheit.“

Ein Abend für alle Sinne

Das Festmenü aus der Küche von Bernd Becker bot regionale Raffinesse mit einem modernen Twist, begleitet von erlesenen Weinen des Weinguts Pieper. Für musikalische Akzente sorgten Ernst Nellessen sowie Johannes Kuchta und Markus Schinkel. Besonders beim Auftritt des TV Eiche, der mit Fanfarenmarsch und „Hoch soll sie leben“ die Krönungszeremonie begleitete, herrschte frenetische Stimmung im Saal.

Ein weiteres Highlight war die Tombola mit hochwertigen Preisen – von Familien-Tickets für die Drachenfelsbahn über exklusive Führungen der Bad Honnef AG und Barista-Kurse bei Die Crema bis zu Hotelgutscheinen im Mercedes Hotel sowie VIP-Tickets für „Musik im Pavillon“.

Nach dem offiziellen Programm klang der Abend bei Kölscher Musik und guten Gesprächen im Ausstellungsbereich gemütlich aus.

Rheinischer Humor trifft europäische Haltung

Der Abend war geprägt von rheinischem Witz und politischer Ernsthaftigkeit. Strack-Zimmermann erinnerte daran, wie sie einst Plöger dazu brachte, Düsseldorf auf der Wetterkarte zu platzieren – „aber nur einmal“. Ihre Botschaft: Humor ist überlebenswichtig, gerade in aufgeheizten Zeiten. „Kaum im Kreißsaal, beginnt der Spaß“, so die Düsseldorferin augenzwinkernd.

Engagement mit Wirkung

Moderiert wurde der Abend von Thomas Heyer, der das Engagement des Komitees für das „Netzwerk gewaltfrei“ hervorhob. Gewaltprävention, Integration und nun auch Medienbildung stehen im Fokus – ganz im Sinne der neuen Aalkönigin.

Hier einige Bilder vom Abend ..

 

(eb-ki)

25.10.2025