Der Verein Jüdische Vergangenheit und Gegenwart in Bad Honnef (JVGH e. V.) hat zwei in antisemitischen Attacken zerstörte Informationstafeln erneuert. Am Mittwoch, 4.2.2026, brachten Vorstandsmitglieder des Vereins im Beisein des Bürgermeisters Philipp Herzog provisorische Tafeln an.
Die Zeitleiste war erst im Juli 2025 nach langer Recherche und Vorbereitung eingerichtet worden. Die Zeitleiste am Anna-Pfad, gegenüber dem ehemaligen Standort der Synagoge, zeigt Meilensteine der jüdischen Geschichte in Bad Honnef von 1666 bis in die Gegenwart. Sie ergänzt den etablierten Honnefer Geschichtsweg. Im Juli, August und wieder Ende Dezember waren Tafeln mit roher Gewalt zerstört worden.
Der Verein hat Strafanzeige gestellt. Es läuft ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen zwei Tatverdächtige. Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS NRW) wurde informiert. Das Haus der Geschichte in Bonn wird die zerstörte Tafel in ihre Sammlung aufnehmen.
Der Vorsitzende des JVGH, Professor Rolf D. Cremer, findet klare Worte: „Hass gegen Juden ist wieder beklemmender Teil der Normalität, auch in kleinen Städten wie Bad Honnef. Er wendet sich bei hellem Tageslicht gegen Jüdinnen und Juden, gegen jüdisches Eigentum und Gedenkstätten und auch zunehmend gegen Menschen, die sich gegen den Antisemitismus stemmen. Wir werden die Zeitleiste am Annapfad schützen und erweitern. Das ist nicht bloß Erinnerung an Vergangenes oder Trotz, sondern sichtbares Zeichen unseres Versprechens an jüdische und alle anderen Mitbürgerinnen und Mitbürger, dass wir gegen antisemitische Einschüchterung und Gewalt stehen. Wir wünschen uns, dass Honnefer Bürgerinnen und Bürger ihre Unterstützung auch dadurch zeigen, dass sie sich mit ihrem Namen gegen Antisemitismus engagieren – zum Beispiel auch als Mitglieder im JVGH.“
Die Stadt Bad Honnef unterstützt seit langen Jahren Initiativen zur jüdischen Geschichte und Kultur in Bad Honnef. Der neue Bürgermeister, Philipp Herzog, der auch die Stadt Bad Honnef im Vorstand des Vereins vertritt, setzte ein starkes Signal durch seine Anwesenheit bei der Wiederherstellung der Zeitleiste.
„Erinnern heißt Verantwortung übernehmen. Für die Vergangenheit, für die Gegenwart und für die Zukunft. Ich danke dem Verein Jüdische Vergangenheit und Gegenwart, dass die beschädigten Tafel kurzfristig provisorisch ersetzt werden konnten. Antisemitismus hat in unserer Stadt keinen Platz – und wir alle sind gefordert, klare Haltung zu zeigen“, so Bürgermeister Philipp Herzog.
Quelle: Verein Jüdische Vergangenheit und Gegenwart in Bad Honnef (cp)
5.2.26
