Einweihung des historischen Bundestagsstuhls von Konrad Adenauer im Adenauerhaus

Spende Adenauer Stuhl - Übereichung mit Bundestagspräsidentin Julia Klöckler -- Foto:© Thomas Scheben

Am vergangenen Freitag (17.4.26) wurde im Museumsgebäude des Adenauerhauses ein neuer Bestandteil der Dauerausstellung vorgestellt: der historische Bundestagsstuhl Konrad Adenauers. Die Präsidentin des Deutschen Bundestages, Julia Klöckner, nahm pünktlich zum Jubiläum „150 Jahre Konrad Adenauer“ die feierliche Enthüllung des Klappstuhls mit Schreibpult vor.

Zu Beginn begrüßte Dr. Stefan Vesper, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus, die Gäste. Anschließend wurde der Stuhl in der Ausstellung durch Julia Klöckner feierlich enthüllt.

In ihrer Ansprache würdigte die Bundestagspräsidentin die Bedeutung des Exponats und die Rolle Konrad Adenauers in der frühen Bundesrepublik. Sie ging zudem auf Unterschiede zwischen damaligen und heutigen Abläufen im Deutschen Bundestag ein. Während Abgeordnete heute keine festen Sitzplätze mehr haben und ihre Plätze innerhalb der Fraktionen frei wählen, war die Sitzordnung zu Adenauers Zeiten klar zugeordnet. Dadurch ließ sich sein Platz – die Nummer 9 – eindeutig identifizieren. Der nun präsentierte Stuhl hat damit seinen dauerhaften Platz in der Ausstellung gefunden.

Unter den Gästen befanden sich neben Angehörigen der Familie Adenauer auch Vertreter aus der Politik, darunter Norbert Röttgen (MdB), Jonathan Grunwald (MdL) sowie Bad Honnefs Bürgermeister Philipp Herzog. Im Anschluss folgte ein Interview durch Dr. Sabine Schößler, Geschäftsführerin der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus, mit dem Schenkenden Stefan Reker, der die Geschichte des Stuhls und dessen Weg in die Ausstellung erläuterte.

Hintergrund zum Exponat

Der erste Plenarsaal des Deutschen Bundestages entstand 1949 in Bonn als Anbau an die Pädagogische Akademie. Architekt Hans Schwippert gestaltete sowohl den Plenarsaal als auch den Umbau des Palais Schaumburg. Im September 1949 trat der erste Deutsche Bundestag zusammen. Konrad Adenauer, damals 73 Jahre alt, wurde im Wahlkreis Bonn gewählt und am 15. September 1949 zum ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland ernannt. Nach seinem Rücktritt 1963 blieb er Abgeordneter und nutzte bis Februar 1967 den Bundestagsstuhl mit der Nummer 9 in der ersten Reihe gegenüber dem Rednerpult.

Die Sitzmöbel des Plenarsaals bestanden aus schwarz lackiertem Buchenholz und waren mit dunkelgrünem Leder bezogen. Die rund 400 Klappstühle verfügten über nummerierte Sitzflächen und schmale, aufklappbare Schreibpulte. Hergestellt wurden sie von der Firma „Schröder & Henzelmann“ in Bad Oeynhausen. Die Stühle wurden bis Juni 1986 genutzt, bevor der Abriss des ersten Plenarsaals beschlossen wurde.

Der nun präsentierte Stuhl gelangte über einen besonderen Weg in die Sammlung. Stefan Reker, damals Parlamentskorrespondent, erwarb das Möbelstück 1994 in Bonn. Er suchte gezielt nach einem gut erhaltenen Stuhl mit niedriger Nummer – in der Hoffnung, dass eine prominente Persönlichkeit darauf gesessen haben könnte. Recherchen anhand historischer Sitzpläne ergaben später, dass es sich um Adenauers Platz handelte. Der Stuhl stand zunächst in Rekers Wohnhaus in Königswinter-Vinxel und später in seinem Berliner Redaktionsbüro.

Reker übergab das Exponat nun der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus. Es ersetzt zwei bisherige Leihgaben des Hauses der Geschichte. Dr. Stefan Vesper hob die Bedeutung der Schenkung hervor, insbesondere im Jahr des 150. Geburtstags Konrad Adenauers, das die Stiftung mit zahlreichen Veranstaltungen begeht. Pünktlich zum Jubiläum „150 Jahre Konrad Adenauer“ erhält die Dauerausstellung damit ein weiteres authentisches Objekt aus der frühen Geschichte des Deutschen Bundestages.

Einige Impressionen

(eb)

19.04.2026