Wie in jedem Jahr blieb das Geheimnis um das „Selhofer Original“ bis zur feierlichen Enthüllung streng bewahrt.
Am vergangenen Samstag (31.10.26), exakt um 19:11 Uhr, verkündete der Präsident der Grossen Selhofer KG von 1927 e.V, Stefan Meyer, im Saal Kaiser schließlich das Geheimnis.
Mit den ersten Worten stand fest: Das Selhofer Original der Jubiläums Session 2026/27 ist die Große Selhofer KG von 1927 e.V ,die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiert.
Der von Matthias Palm gestaltete Orden zeigt 9 Selhofer Originale der vergangenen Jahre aus der Geschichte der KG . Der Selefer Originale Orden wurde erstmals 1993 ausgegeben. Bis zur Session 2027 gibt es davon 34 Orden. 9 Ordensträger sind auf dem Jubiläumsorden verewigt.
Mit der Nummerierung I-IX.
1.:) Helmut Brethauer, Session 2011 – geb. am 07.Mai 1943 im Münsterland. Dort stand er schon mit seinem Vater als 9-jährig in der Bütt. Beruflich ins Rheinland verschlagen, ein echter Vereinsmensch, nicht nur bei der Selhofer KG. 1977 war er Prinzenbegleiter von Wolfgang Sinnen.Er war Elferratsmitglied, ging in die Bütt, tanzte im Grosefa Balett, war Präsident und später Senatspräsident der Gesellschaft. Helmut war auch ein großer Sponsor für alles, was der Verein brauchte. Er wurde ausgezeichnet mit dem BDK-Orden in Silber und Gold und Orden des Regionalverband Rhein-Sieg-Eifel in Gold.
2.:) Hans-Werner Meyer, Session 2010 er kam1943 in Honnef zur Welt, 1958 ging er in die Lehre als Schreiner und machte 1969 seine Meisterprüfung. 1970 machte er sich in Mehlem als Möbelschreiner selbstständig. Durch seinen Vater, August Meyer, der lange Präsident der Selhofer KG war, wurde er in den Verein integriert. Hans -Werner war Tanzoffizier als Tanzpaar mit Edel Meyer. Er war Elferratsmitglied und nach seinem Motto- Nix jeht ohne Meyer, vom Aufbau bis zur Feier- immer zur Stelle bei Bühnenaufbau, notwendigen Schreinerarbeiten im Saal und am Mobiliar, Wagenbau und auch die Übertragungsanlage war sein Steckenpferd. Zu seinen besonderen Hobbys gehörte, neben seiner Familie, das Wandern in den Bergen, Wildwasser Paddeln und Eisenbahnen.
3.) Uschi Brodesser, Jubiläumsorden 2006 zusammen mit Büb waren sie 1993 Siebengebirgs- Prinzenpaar und da es keine Nachfolger in dem Amt gab durften sie den Titel 1994 und 1995 behalten. Uschi wurde am 25.Juli 1945 geboren, wohnte in Honnef und ging als Schülerin auf die Insel Nonnenwerth. 1963 heiratete sie Büb und bekam mit ihm sieben Kinder. Bei Brodessers war immer was los und trotz aller Arbeit erfüllte sich Uschi einen persönlichen Wunsch und gründete 1970 das Kindertanzcorps Rasselbande. Mit viel Herzblut und eigenem Geld setzte sie ihre Idee um. Ihre zweite Leidenschaft galt dem DRK als aktive Helferin, im Vorstand und Leiterin einer Sondergruppe Blutspende, Behinderten, Bereitschaftspflege.
4.) Büb (Christian) Brodesser, Jubiläumsorden 2006 – Büb wurde am 19.April 1940 in Honnef geboren. Er war als “ Bagger Büb „ bekannt und fuhr später Busse durch Bad Honnef und Bonn. 1964 entdeckte er den Selhofer Karneval, erst als Elferratsmitglied, dann als Literat, danach wurde er Vorsitzender der KG. Er war Vorsitzender des Festkomitee Bad Honnefer Karneval und im Vorstand des Festausschuss Siebengebirge. Doch das war nicht genug. Er war außerdem Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und im Schützenverein in Selhof. Mit Uschi zusammen organisierte er die „Rievkooche-Bud“. Die heute noch stattfindende Kölsche Mess wurde auf Anregung vom Prinzenpaar Uschi und Büb eingeführt. Beide sind mit dem höchsten Dank und Verdienstorden aller Institutionen geehrt worden.
5.)Franz Stang, Session 2001 –Man nannte ihn „et Flötefränzje“ ‚man sah ihn noch nicht aber hörte ihn schon. Er war Anfang der 20er Jahre Mitbegründer des Tambourcorps „Frei-Weg“ und nach dem 2.Weltkrieg 1948 war er es, der den Verein wieder aktivierte. Er selbst spielte Querflöte und konnte junge Leute gut darin ausbilden. Das geschah zum Leidwesen seiner Familie in der heimischen Küche. Sein Hobby war das Kegeln und sein Fahrrad. Er nahm an Rennen teil und bekam einige Sieger- Urkunden. Er war tätig beim Selhofer Schützenverein und im Selhofer Bürgerverein und ein großer Freund vom Honnefer Fußballverein.
6.) Johann Müller, Session 2004 –Er kam 1917 in Honnef zur Welt. Später sagte man ” Hobel, Zollstock und Säge wurden ihm in die Wiege gelegt. Erst 1947 kam er aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück, 1948 heiratete er seine Leni und sie bekamen 4 Kinder. Er war in allen Selhofer Vereinen, ATV, Bürgerverein, Orts und Verschönerungsverein, Schützen und Großen Selhofer. Bei der KG war er aktiv im Elferrat und anschließend im Senat. Immer war er zur Stelle, wenn man ihn brauchte. Er war der Fachmann bei Wagen und Bühnenbau. Ein besonderer Karnevalswagen war ein Piratenschiff mit dem Namen „Santa Maria“. Dann kam es vor, dass er nach getaner Arbeit beim Kaisers Fritz an der Theke versackte. Sein Auto, ein FK 1000 Ford Bus wurde von allen Vereinen geschätzt und war jedes Wochenende belegt. Da Johann nicht der pünktlichste war bekam er den Spitznamen „Schleefaasch“ verpasst. Johann und Leni Müller unterstützten Uschi bei der Gründung und Aufbau der Rasselbande und brachte sie mit seinem Bus zu den Veranstaltungen.
7.) Josef Strack, Session 2000 — Einer von acht Kindern und alteingesessener Selhofer Familie. Man kannte ihn als „de Stracks Männ „. Als Soldat wurde ihm durch eine Kugel das Knie zertrümmert. Dadurch wurde sein linkes Bein steif und ihn somit zum Invaliden. Trotzdem verlor er nie seinen rheinischen Humor. Dreißig Jahre war er Mitarbeiter der Bad Honnef AG. Seine Hobbys waren die Selhofer Vereine. Doch seine größte Liebe galt dem Gesangsverein. So setzte er sich für die Fusion von „Nizza“ und der „Honnefer Liedertafel“ zu einer gemeinsamen „Chorgemeinschaft Bad Honnef” ein. Lange Jahre hatte er dort den Posten des 2.Vorsitzenden und wurde 1981 zum Ehrenmitglied ernannt. Seine Ausdrucksweise über seine Heimat war „ze Rhöndorf, in Honnef, op Selef „. Auch ein geflügeltes von ihm „Et Vügelche fleut, de Zick die kütt „
8.) Marianne Schall-Hatwiger, Session 2009 –Geboren am 4.März 1932 in Honnef zog sie als 6-Jährige mit der Familie nach Dollendorf. Sie machte eine Friseurlehre und legte 1963 erfolgreich ihre Meisterprüfung ab. 1950 kehrte sie nach Honnef zurück und lernte Matthias Schall kennen. 1954 wurde geheiratet. Inzwischen hatten sie beide den Karneval entdeckt und wurden Mitglieder der „Grossen Selhofer KG“. Marianne wurde Mitglied im Damen-Elferrat. 1958 wurde sie zur „Miss Selhof“ gewählt. 1964 wurde sie zur Präsidentin gewählt und bekleidete dieses Amt mit voller Energie 33 Jahre. Dabei musste sie, all die Jahre, zu allen Veranstaltungen von Godesberg kommen und wieder zurückfahren! Marianne und ihr Matthes waren auch Mitgründer unserer beliebten Vatertagswanderung. Privat war ihr nicht so viel Glück beschert. Durch einen Unfall kam ihr Mann Matthias 1980 ums Leben. Zwei Jahre später heiratete Marianne Schall den Hans Hatwiger aus Godesberg. Doch bereits 1988 endete diese Ehe durch den plötzlichen Tod von Hans. Marianne wurde mit zahlreichen Orden ausgezeichnet. Unter anderem mit dem BDK-Orden in Gold mit Brillanten, dem BDK-Verdienstorden in Gold, Regionalverband Rhein-Sieg-Eifel- Orden in Gold und viele weitere.
9.) Friedel Faber, Session 2008 — Er wurde am 27.Januar 1932 geboren und war immer ein echter Selefer. Erst wohnte er auf der Selhofer Strasse, dann zog er auf die Schulstrasse. Nach Abschluß der Schule erlernte er das Handwerk zum Elektro- Installateur. Später arbeitete er als Fernmelde- Bauhandwerker überwiegend auf der anderen Rheinseite. Ab 1958 kam Friedel Faber dann nach Honnef zum Postamt. 1965 wurde er Beamter, arbeitete als Münz-Fernsprecher-Entstörer und war 20 Jahre Ausbilder in dieser Sparte. Als „ahle Nixnotz “ und als ” Schlitzohr” ist Friedel ein Original beim Stammtisch im „Kurhaus Kaiser „. Hier traf man sich, machte Politik und wurde das Neueste der Selhofer Mitbürger gewahr. Fiedel wusste immer alles und wurde deshalb „Et Selefer Lexikon “ genannt. 1956 heiratete er seine Frau Maria, mit der er einen Sohn bekam. Sein großes Hobby war sein Garten (350 qm). Er war Mitglied der Selhofer St.Hubertus-Schützen und im Kegelclub „Mir rümen aaf”.
Im Anschluss wurden die neuen Sessionsorden an Mitglieder und Gäste verteilt.
Doch damit nicht genug ..
Verdiente Mitglieder der Große Selhofer KG mit BDK-Orden ausgezeichnet
Schwarz gekleidet und damit höchst offiziell betraten Fritz Pracht und Wolfgang Bellinghausen den Saal Kaiser. Mit dem Aufsetzen des Schiffchens des Bundes Deutscher Karneval (BDK) wurde unmittelbar deutlich, dass ein besonderer Programmpunkt auf die Mitglieder der Großen Selhofer KG von 1927 e.V. wartete.
Im Rahmen der Ehrungen wurden mehrere langjährige und engagierte Mitglieder der Gesellschaft mit den Verdienstorden des BDK ausgezeichnet. Die Auszeichnungen würdigen das ehrenamtliche Engagement und den langjährigen Einsatz für den Karneval und das Vereinsleben.
Mit dem BDK-Verdienstorden in Gold wurden Stefan Mayer, Brigitte Meyer und Karin Limbach ausgezeichnet.
Den BDK-Verdienstorden in Silber erhielten Claudia Mayer, Matthias Palm und Alfred Limbach.
Die Geehrten nahmen ihre Auszeichnungen unter dem Applaus der anwesenden Mitglieder entgegen. Die Ehrungen unterstrichen einmal mehr die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements, auf dem das Vereinsleben und die Pflege des karnevalistischen Brauchtums maßgeblich beruhen.
Damit ist die Session 2026/27 eröffnet .. Doch eine Frage bleibt ?? .. Wer wird Siebengebirgstollität 2026-2027 ?? Doch DAS wurde nicht verraten .. die Auflösung gibt es nächste Woche !!!
(eb) Fotos:© Thomas Scheben
01.11.2026























