Frauenmord und Vergewaltigung sind nur die Spitze

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Am diesjährigen Weltfrauentag setzt auch das Frauenzentrum Bad Honnef ein klares Zeichen gegen sämtliche Formen geschlechterbedingter Ungleichheit und Gewalt.

Femizide, wie die Morde an Frauen genannt werden, eben weil sie Frauen sind, stellen dabei neben Vergewaltigung und sexualisierten Übergriffen lediglich die Spitze des Eisbergs dar.

In Deutschland wird jeden dritten Tag eine Frau getötet, meist von ihrem Mann oder Ex-Partner bei Anlass einer Trennung oder auch Trennungsabsicht, oft geht eine lange Dynamik an häuslicher Gewalt oder Stalking voraus. Und jeden Tag findet ein versuchter Femizid statt – alarmierende Zahlen. Dass diese Taten oft als „Beziehungsdrama“ verharmlost werden, ist dabei ebenso problematisch wie die Tatsache, dass zugrunde liegende Strukturen der Ungleichheit zwischen den Geschlechtern ausgeblendet werden.

Denn unsichtbare und subtile Formen der Gewalt wie Abwertung, Demütigung und Kontrolle von Frauen ermöglichen Femizide überhaupt erst. Und auch alltägliche Situationen der Ungleichheit, die sich in der aktuellen Corona-Krise noch verschärfen, sind Bestandteil dieses strukturellen Unterbaus: die Rückkehr zu traditionellen Familienrollen und ungleich verteilte Haus- und Sorgearbeit, eine prekäre Entlohnung in frauendominierten Berufen wie dem Pflegebereich und eine daraufhin wachsende finanzielle Abhängigkeit und Altersarmut von Frauen.

Ein Aufzeigen dieser Missstände und ein Eintreten für Gleichberechtigung, körperliche und sexuelle Selbstbestimmung und Gewaltfreiheit ist an dem diesjährigen 8. März demnach wichtiger denn je.

 

(as)

08.03.2021