„Augen auf, Tasche zu“ – Aktionswoche gegen Taschendiebstahl

Aktionswoche Taschendiebstahl -- Grafik © Polizei NRW

Zusammen mit der Bundespolizei und zwölf weiteren Bundesländern beteiligt sich auch die Polizei Nordrhein-Westfalen an der Schwerpunktwoche zur Prävention gegen Taschendiebstahl. Einsatzkräfte aller 47 Kreispolizeibehörden aus Nordrhein-Westfalen sprechen im Rahmen der Aktionswoche vor Ort gezielt Bürgerinnen und Bürger an und zeigen verstärkt Präsenz. Taschendiebe lauern überall auf Tatgelegenheiten. Um es den Tätern so schwer wie möglich zu machen, rät die Polizei zu Vorsicht und Achtsamkeit auf Straßen und in Fußgängerzonen.

„Täter sollen gar nicht erst zugreifen können“, sagt Herbert Reul, der nordrhein-westfälische Innenminister, der am vergangenen Montag (25.09.2023) ein deutlich sichtbares Zeichen gegen diese Form der Alltagskriminalität setzte. Mit Sprühkreide und einer großen Schablone brachte er den Warnhinweis auf den Asphalt in der Düsseldorfer Altstadt auf und läutete damit die Aktionswoche ein.

Taschendiebstahl gehört mit zu den häufigsten Straftaten im öffentlichen Raum. Die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen (PKS NRW) bestätigen das. „Wir setzen auf Aufklärung und Sensibilisierung“, so der Minister. Laut PKS NRW wurden im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands im Jahr 2022 insgesamt 37.321 Taschendiebstähle angezeigt, 2021 waren es 27.577.

Im Zuständigkeitsbereich der Bonner Polizei wurden im Jahr 2021 993 Taschendiebstähle angezeigt. Im Jahr 2022 waren es 1.377. Im laufenden Jahr (2023) wurden bislang über 700 Taten angezeigt. Durch das Kriminalkommissariat 16 der Bonner Polizei konnten zuletzt zwei Tatverdächtige ermittelt werden, die insgesamt 14 Taten in Bad Godesberg begangen haben sollen. Weitere intensive Ermittlungen führten auch zu Tatklärungen von über 30 Taten aus 2022 und 2023, begangen von einer Frau aus Köln.

„Was zu aller erst dabei hilft, den Ganoven ihr Handwerk zu legen: Wachsam sein. Wer seine Tasche im Blick hat, macht es den Langfingern schwer“, so Herbert Reul. „Daher haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger zu schärfen. Also: Augen auf und Tasche zu!“

Die meisten Fälle von Taschendiebstahl bleiben unaufgeklärt, da die Tat von den Opfern häufig nicht gleich bemerkt wird. Taschendiebe sind oft professionelle Täter, die nicht selten in Teams arbeiten. „Niemand solle aus Scham, Opfer geworden zu sein, davon absehen, eine Anzeige zu erstatten. Suchen Sie dann schnellstmöglich die nächstgelegene Polizeibehörde auf oder wählen Sie die 110,“ appelliert Herbert Reul.

Schützen Sie sich vor Taschendieben – Tipps und Hinweise:

Taschendiebe lassen sich sehr häufig am typisch suchenden Blick erkennen: Sie meiden den direkten Blickkontakt zum Opfer und schauen eher nach der Beute.

Tragen Sie Geld, Schecks, Kreditkarten und Papiere immer in verschiedenen verschlossenen Innentaschen der Kleidung möglichst dicht am Körper.

Tragen Sie Hand- und Umhängetaschen verschlossen auf der Körpervorderseite oder klemmen Sie sie sich unter den Arm.

Benutzen Sie einen Brustbeutel, eine Gürtelinnentasche, einen Geldgürtel oder eine am Gürtel angekettete Geldbörse.

Legen Sie Geldbörsen nicht oben in Einkaufstasche, Einkaufskorb oder Einkaufswagen, sondern tragen Sie sie möglichst körpernah.

Hängen Sie Handtaschen im Restaurant, im Kaufhaus oder im Laden (selbst bei der Anprobe von Schuhen oder Kleidung) nicht an Stuhllehnen und stellen Sie sie nicht unbeaufsichtigt ab.

 

Quelle: Polizei Bonn NRW (ots)

27.09.2023