Waldbrandübung über die Landesgrenzen hinaus – DRK testet erfolgreich Versorgungskonzept

Waldbrandübung über die Landesgrenzen hinaus - DRK testet erfolgreich Versorgungskonzept -- Foto:©R. Klodt- DRK

Am Samstag, 30. September 2023 übten die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Unkel und der Stadt Bad Honnef die Zusammenarbeit bei länderübergreifenden Vegetations- und Waldbränden. Große Vegetationsbrände haben in den vergangenen Jahren bundesweit, aber auch im Rhein-Sieg-Kreis, die Feuerwehren teilweise über Tage und Wochen gefordert.

Im Rahmen der Großübung mit rund 150 Einsatzkräften stand die Zusammenarbeit der Feuerwehren gemeinsam mit dem THW und DRK bei solchen Einsatzlagen im Vordergrund. Für die Feuerwehr und dem THW bestand der Übungsschwerpunkt in der Kommunikation unter den verschiedenen Einsatzabschnitten, der Wasserversorgung über lange Wegstrecken sowie die Erkundung mittels Drohnen.

Die Kräfte des DRK Siebengebirge sorgten in Zusammenarbeit mit dem DRK Sankt Augustin für die medizinische Erstversorgung aller Übungsteilnehmer mit zwei Krankenwagen sowie dem Polaris Ranger (ATV) als vollgeländefähige Erstversorgungsoption. Das sogenannte ATV (All-Terrain-Vehicle) des DRK Siebengebirge ist speziell für die Versorgung und den Transport von Patienten im unwegsamen Gelände ausgestattet. Eine zusätzliche Aufgabe bestand darin, die Abschnittsleitung Betreuungsdienst und den Fachberater Geländerettung für die Gesamteinsatzleitung zu stellen, welche ebenfalls vom DRK Siebengebirge sichergestellt wurde.

Die DRK-Einsatzeinheit Rhein-Sieg beübte zusätzlich das vom DRK entwickelte Versorgungskonzept bei Vegetations- und Waldbränden. Im Mittelpunkt stand hier der Aufbau und Betrieb einer Rehab-Zone (Ruhe- und Rehabilitationszone), welche bei langanhaltenden und kräftezerrenden Einsätzen ein immer wichtiger Bestandteil der Einsatzvorsorge sein wird. Die Rehab-Zone besteht aus mehreren Bereichen und befindet sich außerhalb des direktem Einsatzbereiches, in einem sicheren gut zu erreichenden Bereich. Hier kommen die Einsatzkräfte aus dem Einsatzgebiet und gehen aus dem Bereitstellungsraum über die Rehab-Zone in den Einsatz. Ein zentraler Bereich ist die medizinische Erstversorgung mit sitzenden und liegenden Behandlungsmöglichkeiten, welche alle Einsatzkräfte beim Ein- und Ausgang aus der Rehab-Zone durchlaufen müssen. Weitere Bereiche sind der Aufenthaltsbereich mit Verpflegungs- und Getränkeausgabe, der Hygienebereich inkl. WC- und ggf. Duschanlagen sowie dem Ruhebereich mit entsprechenden Liegemöglichkeiten für die Einsatzkräfte. Wichtig ist, dass dieser Bereich nur für Einsatzkräfte vorgesehen ist und ggf. Betroffene aus dem Einsatzgebiet in gesonderten hiervon unabhängigen Abschnitten zu Versorgung sind. Hagen Aust als Zugführer der DRK-Einsatzeinheit zeigte sich nach der Übung zufrieden, „wir müssen noch an der ein oder andere Stellschraube arbeiten, jedoch grundsätzlich funktioniert das neue Einsatzkonzept des DRK Rhein-Sieg“. Abschnittsleiter Jakob Waßmann ergänzte: „auch für uns als DRK sich solche Übung wichtig, um unsere Systeme zu testen und die Zusammenarbeit zwischen den DRK-Einheiten, der Abschnittsleitung und dem Einsatzleitung zu beüben.

Bei gemeinsamen Übungsabschluss in der Rehap-Zone versorgte das DRK Siebengebirge alle Einsatzkräfte mit Putengeschnetzeltem bzw. Tomatenpaprikasoße mit Nudeln, welche im Vorfeld frisch im DRK Zentrum Bad Honnef zubereitet wurde. Kreisbereitschaftsleiter Jens Koelzer zeigte sich nach der Übung zufrieden „das Konzept was wir aus diversen Einsätzen wie dem Brand an der ICE-Strecke in Siegburg oder in der Wahner Heide entwickelt haben funktioniert. Wir werden noch die ein oder andere Nachbesserung vornehmen müssen, um z.B. die Führungskräfte im Realeinsatz zu entlasten. Mein Dank gilt allen ehrenamtlichen Einsatzkräften für die erfolgreiche Übung am ersten Ferientag“.

Deutsches Rotes Kreuz – Ortsverein Bad Honnef / Königswinter e.V. – Bereitschaft Siebengebirge (jk)

08.10.2023