Wenn extreme Wetterereignisse die Infrastruktur lahmlegen, ist technisches Know-how gefragt. Am vorletzten Freitagabend stand für den gesamten Technischen Zug des THW Bad Honnef eine komplexe Übung auf dem Plan: „Eingeklemmte Person nach Sturzflut in unwegsamem Gelände“.
Nach einer simulierten Sturzflut war eine Person im Graben unter einem Fahrzeug eingeklemmt worden. Die Schwierigkeit: Durch die Wassermassen waren die normalen Zuwege für den Rettungsdienst unpassierbar. Der Patient musste nach der Rettung einen steilen, aufgeweichten Hang hinauf transportiert werden, um zum bereitstehenden Rettungswagen zu gelangen. Zuerst sicherte die Bergungsgruppe das instabile Fahrzeug gegen weiteres Abrutschen, um eine sichere Rettung des Patienten zu ermöglichen.
Da es schon später am Abend war, wurde von der Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung (FGrN) die Einsatzstelle mit dem 50kVA Lichtmast und der LED-Flächenleuchte großflächig ausgeleuchtet. Erst dieses künstliche Tageslicht ermöglichte ein sicheres und präzises Arbeiten am rutschigen Hang.
Jetzt wo ein weiteres und sicheres Vorgehen möglich war, erfolgte der Abtransport des Patienten. Da der direkte Weg zum Rettungswagen durch das Wetterereignis versperrt war, musste die verletzte Person einen steilen Hang hinauf transportiert werden. Um dies trotz des nassen und rutschigen Bodens sicher und kräfteschonend zu bewältigen, errichteten die Helfer eine provisorische Seilbahn.
Zunächst stiegen Einsatzkräfte den Hang empor, um an einem stabilen Baum mittels einer Kette einen sicheren Anschlagpunkt als Gegenlager zu schaffen. Als tragendes Element diente das Drahtseil der Frontseilwinde des Gerätekraftwagens (GKW). An diesem gespannten Seil wurde der Schleifkorb, in dem der Patient sicher fixiert war, mit einer sogenannten Laufkatze eingehängt. So konnte die verletzte Person kontrolliert und stabil nach oben gezogen werden. Oben angekommen, konnte der Patient an den bereitstehenden Rettungswagen übergeben werden.
Während dieser Maßnahmen entdeckten Einsatzkräfte bei der weiteren Erkundung des Geländes eine zweite, bewusstlose Person, die auf einem instabilen Holzstapel lag. Hier war schnelles Handeln gefragt: Die Helfer brachten die Person umgehend in die stabile Seitenlage und transportierten sie zur weiteren medizinischen Versorgung ab.
Die Übung hat gezeigt, wie wichtig das Zusammenspiel der verschiedenen Fachgruppen ist. Trotz schwieriger Bodenverhältnisse und Dunkelheit konnten beide Patienten erfolgreich gerettet werden.
Quelle : THW Bad Honnef ( Silvia Hallerbach – Sascha Schützeichel)
26.02.2026





