Auch in diesem Jahr organisierte das Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft den Verkauf der wertvollsten Baumstämme aus der Region im Rahmen einer Wertholzsubmission, also der Versteigerung einzelner Stämme gegen schriftliches Höchstgebot. Insgesamt wurden in diesem Jahr 443 hochwertige Laubholzstämme aus rheinischen Forstbetrieben angeboten.
Die zum Verkauf angebotenen Bäume wurden im Zuge der winterlichen Waldpflege unter Beachtung des Prinzips der Nachhaltigkeit eingeschlagen. In einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung wird nicht mehr Holz aus dem Wald entnommen als nachwächst. Im Rahmen der Wertholzsubmission bedeutet das sogar, dass lediglich einzelne, gut gewachsene Bäume geerntet werden, die Platz für eine neue Waldgeneration schaffen, während andere weiterhin im Wald verbleiben.
Anschließend wurden die Baumstämme aus dem Rheinland zum zentralen Wertholzlagerplatz im Kottenforst bei Bonn transportiert, um eine Bündelung des Angebotes für Sägewerker und Furniererzeuger zu erzielen. Das Holz wird nicht nur für den Möbelbau und Parkettherstellung genutzt, sondern auch von spezialisierten Herstellern, etwa in der Fassküferei oder der Furnierherstellung, die auf hochwertige Holzprodukte angewiesen sind. Ab Anfang Februar hatten interessierte Käufer hier die Möglichkeit, die Stämme vor Ort zu begutachten und sich ein Bild von der Qualität des Holzes zu machen.
Am Mittwoch erfolgte dann die zentrale Eröffnung der Angebote unter Beteiligung von Käufern und Verkäufern im Submissionslokal.
Bieter aus Polen, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und aus ganz Deutschland hatten ihre Angebote platziert.
Insgesamt interessierten sich 22 Holzkäuferinnen und -käufer für die auf der Submission angebotenen Stämme. Zum Verkauf standen 780 Kubikmeter Holz die aus 38 privaten, kommunalen und staatlichen Forstbetrieben aus dem Rheinland und der Eifel stammten.
Der Fokus lag auch in diesem Jahr wieder auf der Eiche, die mit rund 85 % den größten Anteil am Angebot stellte. Das Besondere: Bevor eine Wertholzeiche auf der Submission angeboten wird, wächst diese zwischen 150 und 200 Jahren. Währenddessen ist eine kontinuierliche Pflege unabdingbar, die über mehrere Generationen
durch Försterinnen und Förster, sowie Waldbesitzende erfolgt. Doch der ständige Einsatz für die Bäume zahlt sich aus. Mit einem durchschnittlichen Angebot von 809 € je Festmeter Holz zeigten die Holzkäufer ihr großes Interesse an den hochwertigen Stämmen. Zum Vergleich: Der Preis für 1 m³ des Massensortiments Nadelstammholz beträgt aktuell ca. 130 € pro m³.
Für Franz van Elsbergen, Leiter des Regionalforstamtes Rhein-Sieg-Erft, fasst dies die Essenz der Submission zusammen:
„Die Wertholzsubmission würdigt die Arbeit von mehreren Generationen von Waldbewirtschaftern – und zeigt zugleich, wie viel Organisation dahintersteckt. Eine Veranstaltung dieser Größenordnung gelingt nur dank eines starken Teams und engagierter Waldbesitzender. Ich danke allen Beteiligten des Regionalforstamtes sowie den beteiligten Forstbetrieben, die mit großem Einsatz zum reibungslosen Ablauf beigetragen haben.“
Das höchste Gebot des Tages entfiel auf einen Eichenstamm aus dem Staatswald des Regionalforstamtes Rhein-Sieg-Erft, genauer aus dem Forstrevier Tomberg in der Voreifel ein. Mit einem Durchmesser von 95 cm und einer Länge von 4,60 m erzielte der Stamm einen Wert von 3.252,00 € pro m³, was zu einem Gesamtpreis von 11.478,46 € führte. Damit stellte dieser Stamm sowohl den teuersten Einzelstamm als auch den höchsten Gesamterlös je Stamm der Submission dar und gilt als sogenannte „Braut“ der Veranstaltung.
Neben der Eiche schmückten wie jedes Jahr auch den diesjährigen Submissionsplatz andere Baumarten: So konnten besonders schöne Exemplare des Bergahorns, der Esche oder der Kirsche, aber auch Raritäten wie Birke, Linde oder Esskastanie bewundert werden.
Nadelholz spielte in diesem Jahr eine untergeordnete Rolle.
Van Elsbergen äußert sich zufrieden mit den Ergebnissen:
„Ein gewisser Anteil von Wertholz ist auch bei der nachhaltigen und naturgemäßen Waldbewirtschaftung erklärtes Ziel unseres forstlichen Handelns. Hier muss berücksichtigt werden, dass wir immer nur einen sehr geringen Anteil der alten und starken Bäume nutzen. Mit der Bereitstellung eines solch wertvollen Rohstoffs ermöglichen wir die Herstellung von hochwertigen Produkten, die über Jahrzehnte hinweg Freude bereiten und natürlich auch Kohlenstoff binden.
Ich würde mir wünschen, dass sich unsere heutige Arbeit trotz des Klimawandels in 100-150 Jahren ebenso auszahlt wie die unserer Vorgänger. Das motiviert uns zusätzlich, die Wiederbewaldung voranzutreiben und die jungen Waldbestände entsprechend zu pflegen. Die Wertholzsubmission bildet somit einen wichtigen
Bestandteil der Holzvermarktung und zeigt durch die Vielzahl an Teilnehmern noch einmal deutlich das gemeinsame Ziel: Die nachhaltige, zertifizierte Bereitstellung und Verarbeitung von hochwertigem, heimischem Holz.“

Quelle: Simon Franz, Fachgebietsleiter landeseigener Forstbetrieb, Forstamt Rhein-Sieg-Erft
6.3.2026
