Die B42 ist jetzt wieder frei befahrbar !!!

Symbolbild © Thomas Scheben

Ein regional bedeutendes Infrastrukturprojekt steht kurz vor dem Abschluss: Seit heute ( Mittwoch – 15.04.) ist die B42 im Bereich der Tunnelkette Oberkassel, Galerie Oberdollendorf und Tunnel Oberdollendorf wieder mit zwei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung freigegeben. Im Mai folgen noch Restarbeiten in Form von Tagesbaustellen, die voraussichtlich nur zu geringfügigen und überwiegend außerhalb der Hauptverkehrszeiten liegenden Einschränkungen führen können.

Damit kehrt die stark frequentierte Nord-Süd-Verbindung am rechten Rheinufer in den regulären Betrieb zurück. Täglich nutzen rund 50.000 Fahrzeuge die Strecke, die sowohl als Pendlerroute nach Bonn als auch als wichtige Zufahrt ins Siebengebirge eine zentrale Rolle für die Region spielt.

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer informierte sich vor Ort über den Abschluss der Arbeiten: „Die B42 ist eine wichtige Verkehrsader für das Rheinland. Mit der sanierten Tunnelkette sorgen wir für mehr Sicherheit auf einer stark genutzten Strecke. Wir minimieren das Ausfallrisiko und machen unsere Infrastruktur fit für die Zukunft“, sagte der Minister.

Die umfangreichen Bauarbeiten im Bereich der Tunnelkette Oberkassel, Galerie Oberdollendorf und Tunnel Oberdollendorf konnten über viereinhalb Jahre hinweg ohne Vollsperrungen größtenteils unter laufendem Verkehr umgesetzt werden.

Umfassende Modernisierung für mehr Sicherheit

Seit September 2021 wurden die Anfang der 1980er Jahre errichteten Tunnel Oberkassel (588 Meter), Galerie Oberdollendorf (320 Meter) und Oberdollendorf (630 Meter) umfassend modernisiert und an aktuelle Sicherheitsstandards angepasst. Europäische Sicherheitsrichtlinien, die nach mehreren schweren Tunnelunglücken um die Jahrtausendwende überarbeitet worden waren, machten die Nachrüstung der Sicherheitstechnik zwingend erforderlich. Auch die Bausubstanz der Tunnel musste saniert werden.

Neben der vollständigen Modernisierung der Sicherheits- und Betriebstechnik wurden unter anderem folgende Maßnahmen erledigt:

  • Betoninstandsetzung in allen drei Tunnelbauwerken
  • Erneuerung der Asphaltdeckschicht und der Streckenentwässerung
  • Erweiterung der Flucht- und Rettungswege sowie der Feuerwehrzugänge
  • Bau eines unterirdischen Löschwasserbeckens
  • Erneuerung von sieben Verkehrszeichenbrücken und der Fahrzeugrückhaltesysteme

Erfolgreich Sanierung trotz Herausforderungen und Bauzeitverlängerung

Mit der vollständigen Freigabe der Tunnelkette bringen wir eine zentrale Verkehrsachse am rechten Rheinufer wieder modernisiert und sicher in den Regelbetrieb. Wir sind sehr froh, dass wir die Maßnahme, die unter laufendem Verkehr umgesetzt wurde, trotz zusätzlicher Herausforderungen und einer Bauzeitverlängerung nun erfolgreich abschließen können.“, erklärte Thomas Raithel, Leiter der Straßen.NRW-Regionalniederlassung Rhein-Berg.

Die ursprünglich bis August 2023 geplante Hauptbauzeit wurde bis Anfang dieses Jahres verlängert, um zusätzliche, während der Bauarbeiten erkannte Maßnahmen umzusetzen. So wurden unter anderem erst im Zuge der Bauarbeiten sichtbar gewordene Undichtigkeiten an den Betriebsgebäuden behoben und ein größerer als ursprünglich geplanter Umfang bei der Betoninstandsetzung umgesetzt. Auch zusätzliche Sicherungsmaßnahmen an den Lärmschutzwänden sowie die Erneuerung der Löschwasserleitung im Tunnel Oberdollendorf konnten erfolgreich integriert werden. Zudem wurden Funde von Nestern der streng geschützten Haselmaus verantwortungsvoll berücksichtigt, was temporäre Baustopps erforderlich machte und in den Bauablauf integriert wurde. Trotz erschwerter Rahmenbedingungen wie globaler Lieferengpässe konnte der Baufortschritt aufrechterhalten werden.

Die im Vorfeld veranschlagten Kosten der Sanierung von rund 54 Millionen Euro stiegen während der Arbeiten auf rund 62 Millionen Euro.

 

Quelle: Straßenbau  NRW  (rh)

15.04.2026