50 Jahre Städtepartnerschaft: Bad Honnef begrüßt Delegation aus Berck‑sur‑Mer

50 Jahre Städtepartnerschaft Berk sur Mer - Gründungsurkunde - Foto© Thomas Scheben --

Mit der Eröffnung einer Fotoausstellung im Foyer des Rathauses haben am Samstagvormittag (2.5.26) die Feierlichkeiten zum 50‑jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Bad Honnef und Berck‑sur‑Mer begonnen. Bürgermeister Philipp Herzog begrüßte die Delegation aus der französischen Partnerstadt, angeführt vom stellvertretenden Bürgermeister Marc Dubois. In seiner Ansprache in Französischer Sprache erinnerte Herzog an die Entwicklung der deutsch‑französischen Beziehungen seit dem Élysée‑Vertrag von 1963 und betonte die Bedeutung kommunaler Partnerschaften für ein friedliches und geeintes Europa. Er würdigte das Engagement der Partnerschaftskomitees und die zahlreichen Begegnungen, die in den vergangenen Jahrzehnten zwischen Schulen, Vereinen und kulturellen Gruppen stattgefunden haben.

Einige Impressionen der Ausstellungseröffnung…

Die Ausstellung zeigt Fotografien aus fünf Jahrzehnten Austausch und Zusammenarbeit und ist bis zum 15. Mai im Rathaus zu sehen.


Am Nachmittag setzte sich das Programm mit einem gemeinsamen Konzert in der katholischen Pfarrkirche St. Johann Baptist fort. Die Clax Concert Band der Städtischen Musikschule Bad Honnef und das Club Musical Berckois traten dort gemeinsam auf. Rund 70 Musikerinnen und Musiker gestalteten ein abwechslungsreiches Programm, das von vielen Gästen besucht wurde. Für das Jubiläum wurde zudem ein französischsprachiger Kirchenführer bereitgestellt, der die Besonderheiten der beiden Kirchen St. Johann Baptist in Bad Honnef und Berck‑sur‑Mer erläutert.

Zu Beginn des Konzerts begrüßte Susanne Apel, stellvertretende Vorsitzende des Bad Honnefer Partnerschaftskomitees, die Gäste aus beiden Städten. Sie dankte der Kirchengemeinde für die Bereitstellung der Kirche und wies darauf hin, dass auch in Berck eine Kirche denselben Namen trägt. Die eigens für das Jubiläum übersetzte Broschüre sei ein weiteres Zeichen der Verbundenheit.

In ihrer Ansprache ging Apel auf die Arbeit des Partnerschaftsvereins ein, der seit 50 Jahren Begegnungen zwischen Bürgerinnen und Bürgern beider Städte ermöglicht. Sie hob den schulischen Austausch hervor, der mit allen weiterführenden Schulen in Bad Honnef gepflegt wird, sowie weitere regelmäßige Kontakte, etwa zwischen Radfahrgruppen oder Funkamateuren. Einen besonderen Stellenwert habe der musikalische Austausch, der in diesem Jahr sein 15‑jähriges Bestehen feiert.

Apel schilderte zudem die Entstehung der Zusammenarbeit zwischen den beiden Orchestern und erläuterte, wie ein gemeinsames Konzert vorbereitet wird. Die Stücke werden im Vorfeld getrennt einstudiert, bevor am Konzerttag eine einzige gemeinsame Probe stattfindet. Die enge Kooperation der musikalischen Leitungen in Berck und Bad Honnef sei dabei ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Sie dankte allen Beteiligten für ihr Engagement und betonte, dass solche Begegnungen die Partnerschaft lebendig halten und weiter stärken.

Impressionen vom Konzertin St Johann Baptist …


Am Sonntag (3.5.26) wurde das Jubiläumswochenende mit einem Festakt im Kurhaus fortgesetzt. Rund 130 geladene Gäste aus beiden Städten nahmen teil. Bürgermeister Philipp Herzog eröffnete die Veranstaltung und begrüßte die Delegationen aus Bad Honnef und Berck‑sur‑Mer in einer auf Französisch gehaltenen Ansprache. Er betonte die besondere Bedeutung der langjährigen Freundschaft und hob hervor, dass die Partnerschaft ein lebendiges Beispiel für die europäische Idee sei, die auf Begegnung, Vertrauen und gegenseitigem Verständnis beruhe.

Im Anschluss sprach der Bundestagsabgeordnete Norbert Röttgen über die Rolle der deutsch‑französischen Zusammenarbeit im europäischen Kontext. Er ordnete die Städtepartnerschaft in die historische Entwicklung der Beziehungen beider Länder ein und erinnerte daran, dass kommunale Begegnungen einen wichtigen Beitrag zur Stabilität und zum Zusammenhalt Europas leisten. Röttgen verwies darauf, dass persönliche Kontakte zwischen Bürgerinnen und Bürgern oft nachhaltiger wirkten als politische Vereinbarungen und damit eine zentrale Grundlage für Frieden und Kooperation bildeten.

In den weiteren Grußworten wurde die Entwicklung der Partnerschaft seit den 1970er‑Jahren nachgezeichnet. Vertreterinnen und Vertreter der Komitees betonten die Bedeutung des Jugendaustauschs, der seit Jahrzehnten das Herzstück der Verbindung bildet. Schülerinnen des Siebengebirgsgymnasiums berichteten von ihren Erfahrungen in Berck‑sur‑Mer und gaben persönliche Einblicke in die Wirkung solcher Begegnungen. Ihre Beiträge machten deutlich, wie prägend direkte Kontakte für das Verständnis zwischen jungen Menschen sind und wie sehr solche Programme zur Festigung der Partnerschaft beitragen.

Besonders bewegt reagierte das Publikum, als zwei Persönlichkeiten der ersten Stunde zu Wort kamen: Madame Françoise Thery‑Detrez, heute 95 Jahre alt und vor 50 Jahren Gründungsmitglied der Partnerschaft, sowie Willi Birenfeld, 94 Jahre alt und langjährig im Bad Honnefer Komitee aktiv. Beide erinnerten an die Anfänge der Verbindung zwischen den Städten und dankten den heutigen Verantwortlichen dafür, dass die Partnerschaft über ein halbes Jahrhundert hinweg lebendig geblieben ist. Ihre Worte machten deutlich, wie stark die persönliche Verbundenheit über Generationen hinweg trägt und wie wichtig das Engagement vieler Ehrenamtlicher für den Fortbestand der Freundschaft ist.

Die Partnerschaft zwischen Bad Honnef und Berck‑sur‑Mer geht auf die frühen 1970er‑Jahre zurück. Erste Kontakte entstanden durch engagierte Bürgerinnen und Bürger sowie durch Initiativen lokaler Vereine, die nach Wegen suchten, die deutsch‑französische Verständigung auf kommunaler Ebene zu stärken. 1974 fanden die ersten gegenseitigen Besuche statt, 1976 wurde die Partnerschaft offiziell besiegelt. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich ein breites Spektrum an Austauschformaten. Besonders intensiv war von Beginn an die Zusammenarbeit der Schulen, die bis heute regelmäßig Begegnungen organisieren. Auch Vereine, Musikgruppen, Sportgemeinschaften und private Initiativen trugen dazu bei, die Verbindung lebendig zu halten. 1984 wurde das Partnerschaftskomitee in einen eingetragenen Verein überführt, der seitdem die organisatorische Grundlage für Begegnungen, Reisen und Projekte bildet und die Zusammenarbeit kontinuierlich weiterentwickelt.

Zum Abschluss des Festakts wurde die Europahymne gemeinsam gesungen – in deutscher und französischer Sprache. Dieser gemeinsame musikalische Moment bildete den feierlichen Schlusspunkt des Jubiläumswochenendes und unterstrich noch einmal die enge Verbundenheit beider Städte.

Impressionen vom Festakt


 

(eb) Fotos:© Thomas Scheben

5.5.2026