Chance verpasst – SPD Bad Honnef bedauert Aus für ambitionierte Planung am Mobilitätsknoten West

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Der Planungsausschuss des Rates der Stadt Bad Honnef hat sich in seiner jüngsten Sitzung erneut mit der Zukunft des Mobilitätsknotens West am neuen Bahnhaltepunkt auf der Insel Grafenwerth befasst. Nach dem Wegfall der bislang vorgesehenen Fördermöglichkeit durch eine Landesfördergesellschaft legte die Verwaltung zwei Alternativen vor:

Die erste Variante sah vor, das Projekt fortzuführen und zunächst die Voraussetzungen für eine mögliche Bundesförderung zu schaffen. Dafür wäre lediglich ein weiterer Planungsschritt bis zur Förderreife notwendig gewesen. Die zusätzlichen Kosten hätten rund 130.000 Euro betragen.

Die zweite Variante sah das Ende der bisherigen Planung vor. Anstelle der ursprünglich vorgesehenen umfassenden Neugestaltung einschließlich eines Parkhauses soll nun eine Minimallösung umgesetzt werden.

Für diese Variante entschied sich die Mehrheit aus CDU, Bürgerblock, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und AfD, allein die SPD-Fraktion sprach sich für die Fortführung des Projekts aus.

„Mit dieser Entscheidung wurde eine wichtige Chance für die Stadt Bad Honnef vertan“, erklärt die SPD-Fraktion. Aus ihrer Sicht steht das finanzielle Risiko von 130.000 Euro in keinem angemessenen Verhältnis zu den möglichen Vorteilen. Der Pressesprecher der SPD-Fraktion, Klaus Munk, kritisiert: „Es soll am falschen Ende gespart werden.“

Nach Auffassung der SPD berücksichtigt die Entscheidung auch die absehbare Verkehrsentwicklung nicht ausreichend, denn gerade angesichts der Sperrung und des voraussichtlich unvermeidbaren Umbaus der Bonner Nordbrücke werde die regionale Verkehrsinfrastruktur in den kommenden Jahren stark belastet sein.

Besonders kritisch sieht die SPD den Verzicht auf das geplante Parkhaus. Durch den Umzug des DB-Haltepunktes werden den Bad Honnefer Bürgerinnen und Bürger rund 30 Prozent weniger Park-and-Ride-Parkplätze sowie 40 Fahrradstellplätze weniger zur Verfügung stehen.

„Das steht im klaren Gegensatz zu dem Wunsch, mehr Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV zu motivieren. Bürgerinnen und Bürger, die auf den ÖPNV umsteigen wollen, brauchen eine verlässliche Option ihr Auto oder Fahrrad abzustellen“, ist die SPD überzeugt. Zweifel bestehen zudem, ob mit den nun vorgesehenen begrenzten Mitteln eine dauerhaft ansprechende Gestaltung des Bahnhofsumfeldes gelingen kann. Die Entwicklung der Bahnhofsbereiche in Rhöndorf und der Innenstadt zeige, wie schwierig dies ohne ausreichende Investitionen sei.

Ursprünglich sollte der Mobilitätsknoten West zu einer „Visitenkarte“ der Stadt werden und als moderner Verkehrsknotenpunkt für Pendlerinnen und Pendler dienen. Dieses Ziel rückt nun nach Ansicht der SPD in weite Ferne.

Die SPD-Fraktion bedauert die Entscheidung der Ausschussmehrheit ausdrücklich.Statt einer zukunftsorientierten und förderfähigen Gesamtlösung drohten nun erneut Provisorien, die den Anforderungen an einen modernen Bahnhaltepunkt auf Jahre hinaus nicht gerecht würden. Leidtragende seien vor allem Berufspendlerinnen und Berufspendler sowie alle Bürgerinnen und Bürger, die auf eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur angewiesen sind.

 

Quelle: Fraktion und Ortsverein der SPD Bad Honnef  – Klaus Munk

11.06.2026


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