Einsamkeit in unserer Stadt darf niemanden gleichgültig lassen — ‚gemeinsam statt einsam‘ begrüßt bundesweite Aktionswoche


Einsamkeit kann richtig krank machen, physisch und psychisch, doch wer gibt schon zu, einsam zu sein. Einsamkeit ist immer noch schambehaftet. Und so bleibt der eigentlich notwendige Hilferuf vielfach aus. Dabei liegt die Einsamkeitsbelastung der Gesamtbevölkerung bei über 10%.

Es sind vor allem ältere Menschen ab 75 Jahren und inzwischen auch junge Erwachsene (18-40 Jahre), sogar mit dem höchsten Prozentanteil betroffen. Pflegende Angehörige, Alleinerziehende, Menschen mit Behinderung, Langzeitarbeitslose und Menschen mit Migrationshintergrund zeigen gehobene Einsamkeitsbelastungen; Armut fördert  Einsamkeit; alleinlebende haben ein erhöhtes Einsamkeitsrisiko. Phasen sozialer Umbrüche machen anfällig für Einsamkeit: Das Verlassen des Elternhauses nach Ende der Schulzeit, ein Umzug in eine Stadt in der man niemanden kennt oder mehr noch der Übergang von der Berufstätigkeit in den Ruhestand. Letztlich sind alle Altersstufen betroffen.

Während Einsamkeit einerseits ein individuelles, subjektives Empfinden ist, wird Einsamkeit vor dem Hintergrund breiter Betroffenheit und negativer Folgen andererseits als eine vielschichtige gesellschaftliche Herausforderung gesehen, der sich auch die Politik stellt.

Insofern begrüßt die Honnefer Initiative ‚gemeinsammit  statt einsam‘ die Aktionswoche des Bundesfamilienministeriums ‚Gemeinsam aus der Einsamkeit‘, die zum Ziel hat, zum Thema zu sensibilisieren und vor Ort auf niedrigschwellige Angebote zum Austausch und zur Begegnung aufmerksam zu machen. Mit dem Gemütlichen Kaffeeklatsch, dem Senioren-Treff-.Kurhaus, dem Aegidienberger Kaffeekränzchen im Franziskushaus, dem Spiele Nachmittag im Haus am Drachenfels, gemeinsam Singen im Rathaus, der Handy-/Tablet Sprechstunde in der Parkresidenz und nicht zuletzt ‚Schwofen wie in alten Zeiten – gemeinsam tanzen‘, bietet ‚gemeinsam statt einsam‘ ein breites Angebot verschiedener Aktivitäten. Ziel ist es immer, dass Menschen sich treffen, miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam etwas tun – erste Schritte gegen Einsamkeit.

‚gemeinsam statt einsam‘ bietet auch einen Besuchsdienst für Menschen an, die ihr zu Hause nur mit Schwierigkeiten oder gar nicht mehr verlassen können.  Ein Schwätzchen halten, hören wo der Schuh drückt, kleine Hilfeleistungen und mit der Welt von Bad Honnef verbunden bleiben.

Als ein besonderes Zeichen für gemeinsame Aktivität war für diese Woche ein Ausflug in die Abtei Marienstatt vorgesehen. Weit über 50 Senioren hatten sich angemeldet. Hitzebedingt wurde die Fahrt abgesagt und soll nun im Herbst nachgeholt werden.

 

Quelle: „gemeinsam statt einsam“ (sl)

23.06.2026