Heute vor genau fünf Jahren veränderte die verheerende Flutkatastrophe das Leben unzähliger Menschen von einer Sekunde auf die andere. Die Bilder der Zerstörung haben sich tief in unser Gedächtnis eingebrannt – aber auch der unermüdliche Einsatz aller Kräfte gegen die Naturgewalten.
Auch unser THW Ortsverband Bad Honnef war damals mit zahlreichen Helferinnen und Helfern im Katastrophengebiet. Wie extrem, fordernd und vielseitig diese Tage waren, zeigt ein Blick in unser damaliges Einsatztagebuch.
Die folgenden Auszüge aus unserem Einsatztagebuch zeigen nur einen kleinen Bruchteil dessen, was unsere Helferinnen und Helfer in diesen Tagen geleistet haben. Jede Stunde, jeder Handgriff und jede persönliche Begegnung vor Ort würde Bände füllen – stellvertretend für diesen unermüdlichen Gesamteinsatz blicken wir zurück auf einige prägende Momente:
Die ersten Stunden (14./15.07.2021):
„Gestartet sind wir gegen 22:00 Uhr am 14. Juli und waren bis 16:00 Uhr am Folgetag ununterbrochen unterwegs. Der Einsatz fand in der Kölner Straße in Swisttal statt. In diesen dramatischen Stunden konnten wir rund 40 Personen sowie zahlreiche Haustiere – darunter Hunde, Katzen und Vögel – aus den Wassermassen retten.“
Ein weiterer, zentraler Schwerpunkt führte unsere Bergungsgruppe an die Einsatzabschnittsleitung in Odendorf. Ihr erster Auftrag dort: das Abstützen eines Garagendachs. Am Einsatzort selbst erschwerten die massiven Aufräumarbeiten jedoch die Versorgung mit Material: „Die Straßen waren durch die vielen Räumgeräte und den unermüdlichen Zustrom an helfenden Händen völlig überlastet, was die Materialanlieferung erschwerte. Erschwerend kam hinzu, dass die Funkkommunikation stark eingeschränkt war…“
Danach ging es für unsere Helfer Schlag auf Schlag weiter: die Statik eines eingestürzten Kellers prüfen, die Erkundung einer unterspülten Fachwerkscheune und das Sichern der Gehwege im Ortsteil Essig. Mit Tonnen von Sand und Kies kämpften die Teams bis spät in den Abend hinein gegen das Wegbrechen der Straßen.
Der letzte kräftezehrende Auftrag dieser Phase führte die Helferinnen und Helfer nach Heimerzheim zu einem akut einsturzgefährdeten Haus. Die Aufgabe: Außenverkleidung entfernen und das Fachwerk freilegen. Hinter der Verkleidung wurde das ganze Ausmaß deutlich: Das Gebälk war nicht mehr tragend, tiefe Risse im Putz sichtbar. Nachdem der Einsatzort für den Bau eines Abstützsystems vorbereitet war, endete der Tag für die Helfer – nach 15 Stunden im Einsatz.
Fünf Jahre danach blicken wir zurück – mit großem Respekt.
Ein riesiges DANKE gilt heute noch einmal unseren Helferinnen und Helfern für euren selbstlosen Einsatz damals. Ihr habt gezeigt, was Ehrenamt bedeutet: Da zu sein und anzupacken, bis die Arbeit getan ist.
Wir sind in Gedanken bei den Opfern, ihren Familien und ihren Freunden.
Quelle: THW OV Bad Honnef – (sh)
14.07.2026








