Am letzten im August findet immer das Kirchweihfest von St. Martin, Selhof statt. Diese Mal wurde der Abschied von Monsignore Robert Krawiec damit verbunden. Robert Krawiec zelebriete seine Abschiedmesse selbst, drei Mitpriester, zwei Diakone und eine Gemeindeassistentin waren mit dabei (von links nach rechts ) Schulpfarrer Torsten Kürbig, Kaplan Stefano Da Rin Zanco, Diakon Franz Gunkel, Msgr Robert Krawiec, Diakon Alexander Frey und Subsidiar Bernhard Dlugosch. Gemeindeassistentin Chantal Erdmann steht nicht sichtbar auf der linken Seite .
In seiner Predigt ging Pfarrer Krawiec auf den starken Kontrast zwischen den Reaktionen von Jesus auf Petrus ein. Wurde letzte Woche noch berichtet, wie Simon seinen Namen Petrus (Fels, auf dem Jesus seine Kirche bauen will) erhält und er ihm die Schlüssel des Himmelreiches anvertraut, so wird er heute von Jesus zurecht gewiesen, weil Petrus nicht versteht, dass Jesus seinen Leidensweg annehmen wird. Auch wir müssen immer wieder neu lernen, dass jeder sein Kreuz zu tragen hat.
Nach dem Schlussgebet sprach Hiltrud Bennemann Abschiedworte für Robert Krawiec.

Lieber Robert,
„Ich bin dabei“
hast du im Interview für den Horizont mit Beate Schaaf gesagt. Das bezog sich damals auf den Karneval aber es kann für deinen priesterlichen Einsatz hier als Überschrift für dein segensreiche Wirken dienen.
Werfen wir zunächst mal einen Blick auf deinen Lebenslauf. Du bist in Polen in Militsch – dies ist 55 km von Breslau entfernt – geboren und in einer katholisch geprägten Familie aufgewachsen. Schon vor dem Abitur wusstest du, dass du Priester werden willst. Neben dir haben noch 3 Jungs den Priesterberuf gewählt und zwei Mädels wurden Ordensschwester. Da musste von der kommunistischen Regierung beim Schuldirektor nachgefragt werden, was ist denn in dieser Schule los sei?
1981 – also vor 45 Jahren – wurdest du zum Priester geweiht und bekamst nach 12 Jahren priesterlichem Wirken in Polen von deinem Erzbischof das Angebot, nach Deutschland zu gehen. Hier solltest du als einer von 100 Priestern die polnischen Landsleute betreuen. Dies geschah zunächst in Münster später in Paderborn.
Im Jahr 2017 sagten wir hier oft „Ist‘s time to say goodby“. Uns haben damals verlassen: Pater Thaddäus, Kaplan John Paul JJumba, Pfarrvikar Heiner Gather und Georg Bergner. Da der Abschied von Pastor Bruno Wachten für 2018 feststand, hat er in Köln intensiv nach einen Priester für den Seelsorgebereich Bad Honnef angefragt. Er wollte, wie er sagte, einen „Brückenbauer“ hier haben, der noch in dem Jahr seiner Anwesenheit den „Betrieb“ hier kennenlernen und so dies einem Neuen weitergeben kann. Und den „Betrieb“ lerntest du schnell ganz unterschiedlich kennen. Im Juni war die Fronleichnams-feier mit Gottesdienst auf der Insel Grafenwerth und der anließenden Prozession durch die Stadt und im Juli feierte Herbert Breuer sein goldenes Priesterjubiläum, gefühlt mit der ganzen Stadt.
„Ich bin dabei.“Du wart bei allen feierlichen und alltäglichen Ereignissen in unseren Gemeinden dabei, sei es bei den Sternsingern, den Kommunionkindern, sei es bei der Kinderkirche, den Familienmessen, bei der Erntedankfeier oder der Segnung der Kinder am 28. Dezember, dem Fest der unschuldigen Kinder hier in dieser Kirche, bei den Pfarrfesten genau sowie bei der Aufnahme neuer Messdienerinnen und Messdiener. Die Aufzählung ist unvollständig.
Kleine Anmerkung: Wir von Familienliturgiekreis in SJB waren immer froh, wenn du im Mai die Familienmesse zelebriert hast. Dann kam die Gottesmutter ins Spiel, die von dir sehr verehrt wird. Dazu fiel uns immer viel ein.
Ich habe mir von Felizitas Weich eine Zahl nennen lassen. In den 9 Jahren deines priesterlichen Wirkens hattest du hier im Talbereich 42 Tauftermine. Und da öfters nicht nur ein Kind getauft wurde, kommen wir da leicht auf 50 in unseren Kirchen im Tal neu aufgenommene junge Mitglieder.
Kommen wir auf die fünfte Jahreszeit zurück. Da hast du in St. Aegidius die kölsche Mess gefeiert und zur Freude des Gottesvolkes auch schon mal gereimt und in Kölsch „gepredigt“ und die entsprechenden Lieder kräftig mit gesungen. Dazu zweimal Originalton: „Das Lachen gehört in die Kirche“ aber auch „Nach Karneval geht es in der Kirche weiter.“
An Ostersamstag hast du die Segnung der Osterspeisen – mitgebracht von den polnischen Mitchristen – in polnischer und deutscher Sprache vorgenommen und uns so auch ein Stück dieser polnischen Tradition nähergebracht.
Beim FunDay der aegidienberger Messdienerinnen und Messsdiener warst du ein gerngesehener Gast. Es gibt ein Bild von dir, da trägst du ein gelbes T-Shirt mit der Aufschrift „Mein Herz schlägt für: 
und darunter war das Logo zu sehen, das wir für den Seelsorgebereich Bad Honnef hatten mit den vier Kirchturmsilhouetten.
Bei der Hochzeit von Bene und Claudia Jostes wurden auch beide Sprachen bemüht, denn Claudia hat polnische Wurzeln. Nach der Trauung hast du dem Brautpaar erlaubt sich zu küssen – aber nur einmal! (Schalk im Nacken!) Und dann hattest du ein Geschenk für sie. In einer kleinen Geldbörse verborgen lag ein frisch aus Lourdes mitgebrachter Rosenkranz.
Lieber Robert, wir hatten mit dir hier vor Ort für neun Jahre einen humorvollen, empathischen, im Glauben tief verwurzelten Priester. Danke für dein segensreiches priesterliches Wirken. Wir werden dich sehr vermissen.
Wir wünschen dir in deiner kommenden Zeit als Jubilado (spanisch schön für Pensionär) viel Freude für alles, was du noch machen willst (vielleicht lernst du ja noch das Malen, Aquarell geht ziemlich einfach) und für heute und alle Tage Gottes begleitende und beschützende Nähe und wo nötig seinen Rückenwind.
Alles Gute, bleibe behütet.
Nach dem Gottesdienst ging die Prozession durch den Ortsteil Selhof. Im Anschluss daran feierten viele Selhofer ein fröhliches Pfarrfest mit Speisen, Getränken , Kaffee und Kuchen und viel musikalischer Unterhaltung auf dem Gelände des katholischen Kindergartens.
Einige Impressionen vom Nachmittag …
Text: Hiltrud Bennemann – Fotos © Thomas Scheben / Hildrut Bennemann




































