Nach 16 Jahren des Wartens und erneuter Verschiebung ohne konkreten Zeitplan ruft der Bürger- und Ortsverein Rhöndorf für Montag, den 12. Oktober 2026, um 17 Uhr zu einer Demonstration am Bahnhof Rhöndorf auf. Die Forderung ist klar: Barrierefreiheit jetzt – nicht irgendwann.
Bad Honnef-Rhöndorf. Seit mittlerweile 16 Jahren warten die Menschen in Rhöndorf auf einen barrierefreien Zugang zu ihrem Bahnhof. Trotz wiederholter Ankündigungen der Deutschen Bahn und eines ursprünglich für 2018 vorgesehenen Ausbaus ist bis heute keine Lösung umgesetzt worden. Im August 2026 folgte die nächste Enttäuschung: Der barrierefreie Ausbau wurde erneut verschoben – diesmal ohne jeglichen verbindlichen Zeitplan.
Aus diesem Anlass ruft der Bürger- und Ortsverein Rhöndorf e. V. für **Montag, den 12. Oktober 2026, um 17 Uhr** zu einer öffentlichen Demonstration in der Karl-Broel-Straße in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs auf.
Eine Geschichte voller Verzögerungen
Bereits im Jahr 2010 blieb ein Internatsschüler des Hauses Rheinfrieden mit seinem Rollstuhl beim Überqueren des Karrenwegs zwischen den Gleisen stecken. In der Folge beschäftigte sich unter anderem der Petitionsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags mit der Situation und forderte einen zeitnahen barrierefreien Zugang. Als Zieltermin wurde seinerzeit das Jahr 2018 genannt.
Doch auch acht Jahre nach diesem Termin fehlt weiterhin eine barrierefreie Erschließung.
Noch im Dezember 2025 bezeichnete die Deutsche Bahn die Barrierefreiheit als ein Hauptaugenmerk der geplanten Sanierung der rechtsrheinischen Bahnstrecke. Im August 2026 wurde dann mitgeteilt, dass der Umbau umfangreicher ausfalle als ursprünglich geplant und die Barrierefreiheit erst zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt werden solle. Wann dies geschehen wird, bleibt offen.
Barrierefreiheit ist kein Luxus, sondern Voraussetzung für Teilhabe
Für den Bürger- und Ortsverein Rhöndorf ist diese Situation nicht länger hinnehmbar. Ein barrierefreier Bahnhof ist eine grundlegende Voraussetzung für die gleichberechtigte Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs.
Dabei betrifft das Thema keineswegs ausschließlich Menschen mit Behinderung. Auch ältere Menschen mit Rollatoren, Eltern mit Kinderwagen, Reisende mit schwerem Gepäck oder Menschen mit vorübergehenden Mobilitätseinschränkungen sind auf einen möglichst hindernisfreien Zugang angewiesen.
Die Bedeutung der Barrierefreiheit ist zudem rechtlich verankert – unter anderem in der UN-Behindertenrechtskonvention, im Grundgesetz und in der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung.
Drei klare Forderungen an die Deutsche Bahn
Der Bürger- und Ortsverein Rhöndorf fordert:
1. Einen verbindlichen Zeitplan für die Herstellung eines barrierefreien Zugangs zum Bahnhof Rhöndorf.
2. Die Berücksichtigung der Barrierefreiheit im Rahmen der laufenden Streckensanierung, statt einer erneuten Verschiebung auf unbestimmte Zeit.
3. Eine transparente und kontinuierliche Information der Öffentlichkeit in Rhöndorf und Bad Honnef über Planungsstand und Fortschritte.
Einladung an Politik und Bevölkerung
Zur Demonstration sind ausdrücklich alle Bürgerinnen und Bürger aus Rhöndorf, Bad Honnef und der Region eingeladen. Auch Vertreterinnen und Vertreter der Kommunal- und Landespolitik wurden eingeladen, sich vor Ort ein Bild von der Situation zu machen und mit kurzen Statements Stellung zu beziehen.
Der Bürger- und Ortsverein hofft auf eine breite Beteiligung der Bevölkerung, um gemeinsam ein deutliches Zeichen für einen barrierefreien Bahnhof und eine verlässliche Perspektive zu setzen.
„Ein Bahnhof für alle – jetzt, nicht irgendwann!“ lautet deshalb das Motto der Demonstration.
Demonstration im Überblick
Datum: Montag, 12. Oktober 2026
Beginn: 17:00 Uhr
Treffpunkt: Karl-Broel-Straße, Nähe Bahnhof Rhöndorf, 53604 Bad Honnef-Rhöndorf
Veranstalter: Bürger- und Ortsverein Rhöndorf e. V.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich an der Demonstration zu beteiligen.
Quelle: Bürger- und Ortsverein Rhöndorf e. V. (pp)
08.10.2026


