Tag der Zahngesundheit 2022: „Gesund beginnt im Mund – in Kita & Schule“

Symbolbild © Thomas Scheben

Der diesjährige Tag der Zahngesundheit am 25. September stellt Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt, das Motto lautet: „Gesund beginnt im Mund – in Kita & Schule“. Der Tag der Zahngesundheit 2022 möchte auch Erwachsene motivieren, Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen, vor allem indem der Tag über zahnmedizinische Zusammenhänge aufklärt.

Leider aber hat sich die Coronapandemie sehr negativ auf die Durchführung der Gruppenprophylaxe ausgewirkt: Seit zwei Jahren konnte der zahnärztliche Dienst des Kreisgesundheitsamtes keine regelmäßigen Untersuchungen in Kitas und Schulen durchführen.

Vor Corona waren fünf Teams im Einsatz, um flächendeckend Kinder vom Kindergarten bis zur 6. Klasse an Regelschulen und alle Schülerinnen und Schüler an den Förderschulen des Rhein-Sieg-Kreises zu besuchen. Hauptaufgabe war dabei die jährliche Reihenuntersuchung und die Gruppenprophylaxe zur Früherkennung von Zahn-, Mund- und Kiefererkrankungen. Jährlich untersuchten die Zahnärztinnen und Zahnärzte der Kreisverwaltung rund 55.000 Kinder.

Nach Angaben des „Aktionskreises zum Tag der Zahngesundheit“ wurden wegen Corona zeitweise in vielen Gemeinschaftseinrichtungen die Aktivitäten vollständig eingestellt. In vielen Kitas etwa entfiel das gemeinsame Zähneputzen in den Gruppen – teilweise bis heute. Zahlreiche Fallberichte weisen in der Folge auf eine deutliche Vernachlässigung der Mundhygiene und ein gesundheitsgefährdendes Ernährungsverhalten bei Kindern hin.

„Wir hoffen sehr, diese Untersuchungen bald wieder aufnehmen zu können, sagt Dr. Rainer Meilicke, der Leiter des Gesundheitsamtes des Rhein-Sieg-Kreises. „Denn dadurch ging der Anteil der Hochrisikokinder in Kindertagesstätten um mehr als 50 Prozent zurück, schon bei den Kleinsten wurde die Mundhygiene immer besser.“

Nada Baddour, die Leiterin des zahnärztlichen Dienstes, ergänzt: „Untersuchungen haben ergeben, dass bei den Kindern, die mit 6 Jahren erstmalig vom Zahnärztlichen Dienst des Rhein-Sieg-Kreises untersucht wurden, der Anteil an Hochrisikokindern deutlich höher ist, als bei den Jungen und Mädchen, die bereits in den Kindertagesstätten an der Reihenuntersuchung und Gruppenprophylaxe teilgenommen haben. Entsprechend höher ist demnach auch der Anteil der Kinder mit naturgesunden Zähnen, wenn diese regelmäßig an der Gruppenprophylaxe und Reihenuntersuchung teilgenommen haben.“

Daher sind aktuell besonders die Eltern gefordert: Der zahnärztliche Dienst des Rhein-Sieg-Kreises rät zum Beispiel zu Gemüse statt Obst als Pausenmahlzeit. „Die im Obst enthaltene Fruchtsäure kann Zähne schädigen, da die Schülerinnen und Schüler an den Schulen oft nicht die Gelegenheit haben, sich nach der Pausenmahlzeit die Zähne zu putzen“, so Nada Baddour. Zudem sollten Kinder zuckerhaltige Nahrung meiden. Regelmäßige Mundpflege und deren Kontrolle durch die Eltern sollte zudem selbstverständlich sein.

Der zahnärztliche Dienst des Rhein-Sieg-Kreises empfiehlt im Übrigen zur Stärkung des Zahnschmelzes die Verwendung einer fluoridhaltigen Zahnpasta. Nach dem Durchbruch des ersten „bleibenden“ Zahnes sollten Kinder „Erwachsenen-Zahnpasta“ in einer altersgerechten Menge verwenden.

 

Quelle: Rhein-Sieg-Kreis (an)

20.09.2022/464