Bad Honnef stärkt Waldbrandschutz: Einsatzkräfte befüllen neue Löschwasserzisterne im Schmelztal

Übung - Befüllung Löschwasserzisterne im Schmelztal -- Foto:© Thomas Scheben -

Die Stadt Bad Honnef hat im Schmelztal eine neue unterirdische Löschwasserzisterne mit einem Fassungsvermögen von 200.000 Litern in Betrieb genommen. Die Anlage auf dem Parkplatz Reisberg soll die Löschwasserversorgung im Stadtwald deutlich verbessern und im Ernstfall schnelle Hilfe ermöglichen. Am vergangenen Samstag (28.2.26) wurde sie im Rahmen einer groß angelegten Übung erstmals befüllt und unter realistischen Bedingungen getestet.

Befüllung durch Feuerwehr und THW

Für die Befüllung kamen mehrere Fahrzeuge der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks zum Einsatz. Das TLF 3000 und das TLF 4000 transportierten Leitungswasser vom Hydranten am Gerätehaus Aegidienberg zur Zisterne. Das THW unterstützte die Arbeiten mit zwei großen Einsatzfahrzeugen, die jeweils vier IBC‑Behälter mit je 1.000 Litern mitführten. Zusätzlich war die Drohnengruppe des THW im Einsatz, um aus der Luft einen Überblick über die Lage und den Verlauf der Schlauchstrecke zu gewinnen.

Parallel dazu verlegten Einsatzkräfte vom Gangpferdezentrum aus eine rund zweieinhalb Kilometer lange Schlauchleitung durch den Wald. Die Strecke führte über etwa 100 Höhenmeter und erforderte mehrere Pumpen, um den notwendigen Druck aufzubauen. Ziel war es, den Aufbau einer alternativen Wasserversorgung über große Distanzen zu trainieren – ein Szenario, das bei Wald- und Vegetationsbränden häufig notwendig wird.

Unterstützung durch das DRK

Auch das Deutsche Rote Kreuz war in die Übung eingebunden. Mit seinem geländegängigen Polaris‑Fahrzeug unterstützte das DRK die Feuerwehr beim Verlegen der Schlauchleitung in schwer zugänglichem Gelände. Zudem war das Verpflegungsfahrzeug des DRK vor Ort, um die rund 65 Einsatzkräfte während der mehrstündigen Übung mit warmen Getränken und Essen zu versorgen.

Herausforderungen im Gelände

Die Übung zeigte, wie wichtig realitätsnahe Tests sind. Ein Waldweg war nach den regenreichen Wochen nicht mehr befahrbar, da sich eine Abbruchkante gebildet hatte. Dadurch mussten rund 800 Meter Schlauch per Hand verlegt werden. Einsatzleiter Thomas Weiss betonte, dass solche Situationen auch im Ernstfall auftreten können und die Einsatzkräfte entsprechend vorbereitet sein müssen. Die Inbetriebnahme der Schlauchleitung verzögerte sich dadurch um etwa eine Stunde, verlief anschließend jedoch reibungslos.

Über zwei Domdeckel, die der Kontrolle der Zisterne dienen, sowie zwei fest installierte Armaturen kann die Anlage sowohl befüllt als auch im Einsatzfall entleert werden. Die Armaturen sind durch rot‑weiße Poller und mehrere große Findlinge gesichert, um Beschädigungen durch Fahrzeuge auf dem sonst als Wanderparkplatz genutzten Gelände zu verhindern.

Strategisch sinnvoller Standort

Der Standort am Kreuzungsbereich von Schmelztalstraße und Stellweg gilt als besonders geeignet. Von hier aus können Einsatzkräfte schnell in verschiedene Wald- und Hanglagen ausrücken. Gleichzeitig wird das FFH‑Gebiet Siebengebirge geschont, da die Zisterne auf einer bestehenden Parkplatzfläche errichtet wurde und keine zusätzlichen Naturflächen beansprucht.

Reaktion auf zunehmende Waldbrandgefahr

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Waldbrandgefahr auch in Deutschland deutlich zunimmt. Eine Studie hatte für den Bad Honnefer Stadtwald Defizite bei der Löschwasserverfügbarkeit festgestellt, insbesondere im Bereich der Schmelztalstraße. Der Bau der Zisterne wurde daraufhin im Oktober 2023 beschlossen.

Mit einem Fassungsvermögen von 200.000 Litern entspricht die Anlage mehr als 50 Befüllungen eines üblichen Tanklöschfahrzeugs. Sie kann im Ernstfall entscheidend sein, wenn große Wassermengen in kurzer Zeit benötigt werden.

Dank an die Einsatzkräfte

Bürgermeister Philipp Herzog war während der Übung vor Ort, verfolgte die Arbeiten und bedankte sich ausdrücklich bei den ehrenamtlichen Kräften von Feuerwehr, THW und DRK. Ihr Engagement sei ein zentraler Baustein dafür, Bad Honnef sicher zu halten und den Schutz des Stadtwaldes und der umliegenden Gebiete langfristig zu gewährleisten.

Investition in Sicherheit und Ehrenamt

Rund 325.000 Euro investiert die Stadt Bad Honnef in die neue Infrastruktur. Die Zisterne stärkt nicht nur den vorbeugenden Brandschutz, sondern unterstützt auch die Arbeit der vielen ehrenamtlichen Einsatzkräfte, die im Ernstfall schnell und zuverlässig handeln müssen. Mit der neuen Anlage setzt Bad Honnef ein deutliches Zeichen für nachhaltigen Brand- und Katastrophenschutz im Siebengebirge.

 

Einige Impressionen der Übung …

(eb-ki)

01.03.2026