„Hartz IV, Bürgergeld, Grundsicherung – Quo vadis?“ – Klare Worte zur Zukunft des Sozialstaates im Jobcenter Rhein-Sieg

CDU -- JU und SU Besuch im Jobcenter Rhein Sieg Foto:© Junge Union Rhein Sieg

36.000 Menschen im Rhein-Sieg-Kreis beziehen Bürgergeld. Eine Zahl, die deutlich macht, welche Bedeutung die Grundsicherung für unsere Region hat – und die zugleich eine grundlegende Frage stellt: Ist unser Sozialstaat mit seinen Jobcentern und Arbeitsagenturen angesichts wirtschaftlicher und demografischer Veränderungen noch wirkungsvoll und zukunftsfest?

Darüber diskutierten die Junge Union und die Senioren Union Rhein-Sieg im Jobcenter in Siegburg mit Geschäftsführerin Anja Roth und widmeten sich dabei grundlegenden Fragen: Wie gelingt Integration in Arbeit? Wo stoßen bestehende Instrumente an Grenzen? Und wo braucht es politische Weiterentwicklung?

Roth machte deutlich, was oft übersehen wird: Hinter jedem Fall steht ein Mensch. Gleichzeitig stellte sie klar, wo Strukturen an Grenzen stoßen und welche Erwartungen an Mitwirkung und Eigeninitiative gestellt werden müssen. Dabei räumte sie auch mit verbreiteten Vorurteilen auf.

„Unser Ziel ist klar: Menschen sollen unabhängig von unseren Leistungen werden. Wir verstehen uns als Sprungtuch zurück in Beschäftigung – nicht als soziale Hängematte. Entscheidend ist Qualifizierung, denn fehlende Ausbildung ist mit rund 70 Prozent der häufigste Grund für Arbeitslosigkeit in unserem Bestand. Gleichzeitig bleibt der Sozialstaat verlässlich für diejenigen, die sich in echten Notlagen befinden – auch wenn Eigeninitiative nicht immer sofort gelingt“, betont Jobcenter-Chefin Roth.

Der JU-Chef Jerald Birenfeld stellte klar: Ohne funktionierenden Arbeitsmarkt fehlen die Grundlagen für stabile Steuereinnahmen, gesellschaftliche Teilhabe und ein tragfähiges Sozialsystem.

Birenfeld wörtlich: „Ein starker Sozialstaat braucht einen starken Arbeitsmarkt. Wer arbeiten kann, sollte arbeiten – und wer Unterstützung braucht, muss sie bekommen. Entscheidend ist, dass sich Leistung lohnt und Integration in Arbeit immer Vorrang hat.“

Diesen Gedanken griff Dr. Dieter Braun, Vorsitzender der Senioren Union Rhein-Sieg, auf und lenkte den Blick auf die langfristige Perspektive: Wer die soziale Sicherheit im Alter gewährleisten wolle, müsse heute die richtigen Weichen stellen – für Leistungsbereitschaft und Generationengerechtigkeit. Das Jobcenter im Rhein-Sieg-Kreis leiste hier wichtige Arbeit.

„Die Stabilität unserer sozialen Sicherungssysteme entscheidet sich nicht irgendwann, sondern jetzt. Wenn wir auch künftigen Generationen Sicherheit im Alter garantieren wollen, müssen wir Beschäftigung fördern, Eigenverantwortung stärken und Fehlanreize abbauen. Die anstehende Bürgergeld-Reform trägt entscheidend dazu bei“, so der Senioren-Unions-Vorsitzende abschließend.

Das Fazit des Abends: Zwischen Fördern und Fordern, zwischen Solidarität und Eigenverantwortung braucht es den Mut, Reformen offen zu diskutieren und neben vielen Zahlen den Menschen nicht zu vergessen.

 

Quelle: Junge Union Rhein Sieg   (lvdb)

02.03.2026


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