Am kommenden Samstag (03.10., 16.00 Uhr) wartet die nächste große Nagelprobe auf die Dragons. Wobei „Groß“ sprichwörtlich zu verstehen ist. Die Zweitvertretung von FC Bayern Basketball überragt die Konkurrenz im Süden der ProB mit einer durchschnittlichen Länge von 202 Zentimeter nämlich klar. Es wartet also Schwerstarbeit aufs Rhöndorfer Team, um den athletischen Vorteil der Süddeutschen im BMW Park zu matchen.
Insgesamt messen zehn Spieler im Bayern-Kader vom Scheitel bis zur Sohle mehr als zwei Meter. Mit 2,23 Meter ist der Luxemburger Namik Muratovic derzeit der längste Spieler in der ProB und natürlich auch der Bayern, gefolgt von Kilian Dück (217 cm) und Kilian Maurice Fischer (210 cm). Aber nicht nur der Block der Innenspieler ist von beindruckend Statur. Niko Jerkic, mit 18 Punkten Topscorer der Münchner beim 83:80-Auftaktsieg gegen Dresden, misst für einen Guard stolze 2,03 Meter. Der 18-jährige serbische Shooting Guard Andrija Susic, war gegen Dresen ebenfalls ein wichtiger Aktivposten, knickte in den Schlussminuten allerdings um, sodass sein Einsatz am Wochenende fraglich ist.
Es wäre sicher eine Schwächung fürs Team von Coach Emir Mutapcic, allerdings ist die Firepower der Bayern auf so vielen Schultern verteilt, das sie den Ausfall kompensieren können. Zumal man mit Nick Cevizovic ein erfahrener Playmaker übernehmen kann. Zudem agiert die Mannschaft von der Isar ohnehin viel aus dem Halbfeld und in Korbnähe, wo Caspar David Vossenberg und Desmond Obe Yiamu mit sicherer Wurfhand aus der Halbdistanz und starkem Zug zum Korb stets gefährlich sind.
Überhaupt liest sich der Kader von Bayern Basketball wie das „How is How“ des Europäischen Basketball-Nachwuchses. Aus nicht weniger als sieben Nationen ist die Mannschaft rekrutiert. Hintergrund: Der Verein bindet frühzeitig Talente, die im Idealfall später als „Local Player“ in den BBL-Kader aufrücken. Der Dragons-Coach beschreibt das Team wie folgt: „Jung, extrem groß, sehr athletisch und talentiert.“ Die Länge des Gegners wäre schön verrückt, stellt Max Becker fest. Was das Spiel in der Zone als auch das Rebounden schwerer mache. Jeder Vorteil birgt allerdings auch einen Nachteil, die Spielanlage der Süddeutschen ist etwas langsamer als die der Rheinländer. Hier müssen die Dragons ansetzen und im Umschaltspiel Vollgas geben. Nicht zuletzt könnte für Rhöndorf das Plus an Erfahrung in der ProB das Zünglein an der Waage sein. Auf jeden Fall wird der Vergleich mit den stark besetzten Bayern für die Dragons eine gleichermaßen interessante wie lehrreiche Herausforderung.
Unser kommender Gegner, Bayern München, hat das Auftaktspiel gegen Dresden knapp gewonnen. Wie schätzt du das Team von Emir Mutapcic nominell im Vergleich zu Erfurt ein?
Max Becker (Headcoach Dragons Rhöndorf): Vom reinen Talentlevel und Potenzial ist München stärker einzuschätzen, allerdings haben sie weniger Erfahrung als Erfurt, die in der ProB auch sehr viel wiegen kann. Dafür verfügen sie über mehr Länge. So früh in der Saison ist ein Quervergleich quasi unmöglich.
Du wirst sicherlich das überzeugende letzte Viertel gegen die Löwen fürs anstehende Spiel ins Gedächtnis deines Teams rufen. Was hat dir da besonders gut gefallen?
Wir haben es geschafft kontinuierlich unser Tempo zu steigern und unseren Rhythmus zu finden. Es hat uns ausgezeichnet, dass wir selbst im letzten Viertel unser Tempo noch halten konnten.
Münchens Kader hat beeindruckende Länge und Athletik zu bieten. Sie dürften ähnlich „körperlich“ zur Sache gehen wie Erfurt, womit wir uns zu Beginn schwer getan haben. Wie kann man sich darauf vorbereiten?
Du kannst einen Gegner nie vollständig simulieren. Wir müssen es schaffen unsere Gewohnheiten mit der nötigen Physis durchzusetzen. Dann können wir auch gegen Münchens Athletik bestehen.
Ob Andrija Susic spielen kann ist unsicher, sein Fehlen wäre eine klare Schwächung für die Bayern. Werden wir denn die Reise nach München wieder vollständig antreten können?
Stand jetzt sind wir fit und bereit, abgesehen von Max von Saldern, der leider noch einige Wochen fehlen wird.
Es ist davon auszugehen, dass man sich auf unser junges Guard-Trio besonders einstellen wird, das zuletzt klasse gespielt hat. Erwartest du zudem von den langen Jungs in der Offensive eine Leistungssteigerung?
Wenn jemand bei uns aus dem Spiel genommen wird, ist der Nächste bereit. Das ist und muss unsere Mentalität sein. Letzte Woche haben unsere Bigs einen großen Teil der Arbeit gemacht die man nicht direkt auf dem Bogen sieht. Sie hatten einen Riesen Anteil daran, dass wir das Spiel gewinnen konnten und die Guards die Räume hatten, die sie dann genutzt haben.
Abschließend gefragt: Ist es etwas Besonderes in einer gigantischen Arena wie den BMW-Park mit Standkörben und LED-Glasboden zu spielen oder ist es für euch eine Begegnung in einer Halle wie jede andere?
Ja, das ist natürlich etwas Besonderes, wir freuen uns sehr darauf und werden es genießen, auch wenn uns die Heimkulisse im DragonDome immer noch am liebsten ist.
Tip-Off zur Partie gegen München ist am kommenden Samstag um 16:00 Uhr im BMW Park (Siegenburger Str. 45, 81373 München). Ab 15:45 Uhr startet der Livestream zur Partie auf Sporteurope.TV. Ein Liveticker wird über die Homepage der BARMER 2.Basketball Bundesliga angeboten.
Quelle: Dragons Rhöndorf (kb)
01.10.2026
