Tradition trifft Literatur: Die St. Hubertus-Schützengesellschaft lud kürzlich zu einem besonderen Abend ein. Im Mittelpunkt stand die lokale Autorin Conny Vielain, die den Gästen einen tiefen Einblick in ihren ersten Kriminalroman gewährte.
Am Freitag, den 16. Oktober 2026, verwandelte sich die gemütliche Hubertus-Stube im Schützenhaus in Rhöndorf in einen Ort der Literatur. Mehr als 20 Gäste kamen zusammen, um einen Abend voller Spannung am Kaminofen zu erleben.
Für die Rhöndorfer Schützen ist ihr Haus ein Symbol für die Pflege ihrer Traditionen und den starken Zusammenhalt der Gemeinschaft. Dass die Räumlichkeiten für diesen Abend als Ort der Literatur genutzt wurden, unterstreicht das Selbstverständnis der St. Hubertus-Schützengesellschaft. Traditionsgemäß beschützen Schützen nicht nur ihre Heimat, sondern unterstützen aktiv das gesellschaftliche Leben in ihrer Nachbarschaft. So war es eine Selbstverständlichkeit, dass Conny Vielain, die selbst aus der direkten Nachbarschaft stammt, hier die passende Bühne für ihre Lesung fand.
In ihrem packenden Debütroman „Wer nicht schweigen will, muss sterben“ verwebt die Autorin Alltagsbeobachtungen, die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche und persönliche Begegnungen zu einer fesselnden Geschichte. Die emotionale Grundlage des Werks bildet jedoch eine tiefgreifende, späte Erkenntnis über den Aufenthalt ihres Großvaters in einem Kinderheim – ein Thema, das Vielain mit ausgiebigen Recherchen untermauert hat.
Während der Lesung steigerte die Autorin die Spannung im Raum, indem sie gezielt Passagen aus ihrem Buch auswählte. Der Titel gibt bereits den zentralen Konflikt vor. Es geht um den Mut, die Wahrheit auszusprechen, selbst wenn der Preis dafür extrem hoch sein kann. Warum Menschen dieses Risiko eingehen und welche Geheimnisse hinter der Handlung stecken, deutete Conny Vielain im Wechsel zwischen Vorlesung und Erzählung an.
Es war ein ungewöhnlicher Abend für den Schützenverein – denn diesmal wurde nicht um die beste Trefferquote gekämpft, sondern die Spannung wurde mit Worten erzeugt. Die Gäste verabschiedeten sich zufrieden, mit dem Wunsch nach „gerne mehr davon“. Ein gelungener Austausch, der zeigte, wie lebendig die Gemeinschaft in Rhöndorf ist.

(anst) — Fotos Thomas Scheben
18.10.2026
